Freitag, 26. August 2011

Tränen

Viele denken, Religion sei eine Flucht, eine Flucht vor den Problemen in eine rosa "Friede-Freude-Eierkuchen"-Welt, aber so einfach ist das nicht.


Nein, meine Religion löst  mir keine Probleme. Aber sie hilft mir, sie zu tragen und an einen verborgenen Sinn zu glauben und auf Lösung zu hoffen - so Gott will. Auch hätte mir früher der Spruch: "ich bete für dich"  nur ein mitleidiges Lächeln entlockt, aber heute tut es mir gut zu wissen, dass das nicht nur eine Floskel ist, dass Leute das nicht nur sagen, sondern tatsächlich tun. Und auch das löst die Probleme nicht, aber  es verstärkt die Hoffnung, und ich fühle mich nicht mehr so allein mit ihnen.

Und noch etwas: mich hat das Gebet das Weinen gelehrt. Sei es aus Freude, aus Ergriffenheit oder aus Trauer. Und auch Tränen bringen  Erleichterung.



Also gewiß, mit der Erschwernis ist Erleichterung, (5) gewiß, mit der Erschwernis ist Erleichterung. (6) Sure 94, As-Sharh

Samstag, 20. August 2011

angekommen

Jetzt, wo ich langsam meinen Platz finde in dieser Religion, die rosa Brille abgelegt habe, mich nicht mehr ins Bockshorn jagen lasse, weder von  vorwurfsvollen Haram-Rufern, noch von Koranweichspülern, und schon gar nicht von Islamgegnern, jetzt, wo mein Umfeld Gott sei Dank meine Veränderung weitestgehend zwar nicht versteht jedoch so gut es geht akzeptiert, respektiert und zum Teil sogar unterstützt (danke!), kehrt Ruhe ein.  Natürlich bin ich  nach wie vor hier ein wenig allein  - fremd - mit meinem Glauben, und  der positive Austausch darüber kann deshalb fast nur übers Internet stattfinden (auch hier: danke!). Trotzdem - auch wenn  das wieder für alle, die den Begriff "Islam" mit "fremder Kultur" gleichsetzen, seltsam klingen mag: Das Gefühl, das am besten zusammenfasst, was ich im Islam empfinde  ist das Gefühl...

...endlich zu hause angekommen zu sein



Dienstag, 16. August 2011

sind Sie Christin?

Stell dir mal vor, du bist Marokkanerin und Christin und machst Ferien in einem  in einem christlichen Land - vielleicht in Schweden. Da du angezogen bist wie die Schwedinnen, helle Haut hast und helle Haare, wirst du von den Einheimischen für eine der ihren gehalten. Natürlich merken sie, sobald du den Mund aufmachst,  dass du Ausländerin bist. Und nun ergibt sich dieses Gespräch:

Dienstag, 9. August 2011

Was ich nicht weiss...

Was ich nicht weiß, kann ich nicht glauben. Das war ein halbes Jahrhundert lang meine Prämisse*). Deshalb waren mir alle Religionen suspekt. Und die Religiösen auch irgendwie - denn ihnen gelang etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte. Also legte ich sie unter "etwas naiv" ab - um mich nicht damit auseinandersetzen zu müssen und mich überlegen fühlen zu können.

Mittwoch, 3. August 2011

Fasten

Ich möchte an dieser Stelle jedem Nicht-Muslim wärmstens ans Herz legen, nur mal einen einzigen Tag lang so zu fasten, wie wir das im Ramadan tun:

(Das bedeutet, zwischen 05.01 und 20.40 Uhr*  gar nichts zu essen und zu trinken, nicht zu vergleichen mit Diäten oder Heilfasten)