Montag, 31. Oktober 2011

sie trauen sich nicht

obwohl mich im Grunde nervt, dass das Thema Nummer eins, wenn es um den Islam geht, immer wieder dieses leidige Stück Stoff ist, und ich immer noch finde, es gäbe in der Religion viele Gebote, deren Einhaltung bedeutend wichtiger wäre, möchte ich noch einmal aus einer anderen Perspektive heraus etwas dazu sagen. Vielleicht gibt es ja doch da oder dort jemanden, der dies liest und seine vorgefasste Meinung noch einmal  überdenkt.

Denn mir fällt nämlich immer mehr auf, dass es viele Musliminnen gibt, die das Kopftuch gerne tragen würden - und zwar auch moderne, aufgeschlossene Muslimas,  nicht nur die gefürchteten "Fundamentalistinnen".

Sie trauen sich aber nicht! Weil:
  • sie ausgelacht würden
  • sie den Job verlieren könnten
  • sie keinen Job finden würden
  • sie angestarrt würden
  • die Familie es nicht verstehen würde
  • die Familie sich schämen könnte, sich mit ihr zu zeigen
  • man sie zu den armen unterdrückten Frauen zählen würde
  • sie von Islamgegenern angepöbelt würden
  • sie für dumm und ungebildet gehalten würden
  • sie sich immer wieder rechtfertigen müssten
  • usw. 
Ist das die vielgerühmte westliche Freiheit? Werden in muslimischen Ländern - wenn wir nicht gerade vom Iran oder Saudi-Arabien sprechen, Frauen, die den Kopf nicht bedecken, genauso ausgegrenzt? In Marokko sah ich viele offene Haare... Ich weiß es nicht, ich habe nie in einem solchen Land gelebt, aber selbst wenn es so wäre - wir bilden uns doch immer so viel darauf ein, aufgeschlossener und toleranter und weltoffener zu sein als diese zurückgebliebenen Araber, oder etwa nicht...?

Und so sind wahrscheinlich ganz viele vermeintlich bemitleidenswerte, unterdrückte Frauen oder sogenannte "Fundamentalistinnen" im Grunde ganz im Gegenteil besonders selbstbewusste und emanzipierte Musliminnen, die sich trotz allem trauen... 

PS Schon klar, dass es auch welche gibt, die sich nicht trauen, es abzunehmen...

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Danke!

Ich wollte euch nur mal schnell erzählen, wie viel mir dieses/dieser Blog bringt.Und zwar nicht nur die Beiträge, die ich veröffentliche, sondern auch diejenigen, die ich schreibe und ändere und lösche und neu schreibe und zuletzt verwerfe. Denn oft fange ich im Brustton der Überzeugung einen neuen Post an, und komme dann zu ganz anderen Erkenntnissen und Schlussfolgerungen. Manchmal ergibt sich ein neuer Beitrag daraus, oft wird mir klar, dass ich mit einem Gedanken falsch lag, oder dass er schon andernorts behandelt wurde, oder auch dass er völlig irrelevant ist, sodass eine Veröffentlichung niemandem etwas nützt. Während ich schreibe und google und nachschlage, finde ich Antworten und korrigiere Ansichten, manchmal lache ich über mich selber und über diese oder jene Schnapsidee ;-)  manchmal fällt mir ein, was der eine oder die andere von euch zu einem Thema sagen würde und dadurch und dank eures Feedbacks in Kommentaren und Mails ist mein Blog zu meinem fehlenden muslimischen Gesprächspartner geworden. 


Danke!

Dienstag, 18. Oktober 2011

ich versteh dich

ein Gespräch, neulich, auf dem Felsen am Strand:


  • "Ist dieser Anblick nicht wunderbar?"
  • "Oh ja, herrlich."
  • "Weisst du, ich kann gar nicht mehr nachvollziehen, dass ich mal dachte, das alles sei so rein zufällig aus dem Nichts entstanden."
  • "Und ich kann nicht nachvollziehen, wie du plötzlich auf diesen Religions-Trip kommen konntest."
  • "Es ist so offensichtlich! So eindeutig. Wie blind war ich, dass ich das nicht früher erkannte?"
  • "Was?"
  • "Dass da ein Plan dahinter steckt. Gott. Gottes Plan."
  • "Das sagst du. Ich seh das nicht. Für mich  besteht die Welt aus Zufällen, Evolution, Naturgesetzen. Vielleicht  - ja vielleicht, dass da irgendwo irgendwann mal irgendeine "höhere Macht" am Werke war - aber darüber will ich gar nicht nachdenken, denn wissen kann man das ja eh nie."
  • "Ich versteh dich. Ich versteh dich, weil ich genau so dachte wie du. Und ich bitte Gott und wünsche dir von ganzem Herzen, dass du eines Tages auch mich verstehst."


PS - ist doch schon ein Widerspruch in sich: "zufällige Naturgesetze" - oder nicht?

Dienstag, 11. Oktober 2011

ohne Plan

Ganz lange saß ich heute an unserem einsamen "Hausstrand"* (der nur ein Strand ist wenn Ebbe ist), und ließ mich von diesem Anblick verzaubern. 

Genoss ganz bewusst diese Schönheit, hörte den Wellen zu, die größeren entluden sich mit einem Donnern unter dem Felsen, auf dem ich saß. Atmete die salzige Luft ein, spürte die immer noch sommerlich heiße Sonne und den seidigen Wind auf meiner Haut.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

je länger je mehr

Wenn man so ein Blog schreibt, kann man aus Statistiken ersehen, mit welchen Such-Wörtern Googler auf bestimmten Seiten landen.

Nicht zu glauben, wie viele Leute mit den Wörtern "Islam + glücklich" oder "macht Islam glücklich" oder "wird man im Islam glücklich" oder ähnlichem auf meinem Post "macht der Islam glücklich?" landen!!! 

Wie glücklich mich das macht!