Donnerstag, 29. Dezember 2011

supermuslima

ab und zu
waswast er wieder
der Shaytan
verunsichert mich
schüchtert mich ein
sagt
was bildest du dir ein
hör auf deine lieben
die wollen nur dein bestes
statt auf irgendwelche
www-Leute
die du nicht kennst
siehst du nicht
wie lächerlich
du dich machst
mit deinem wahn
ja
er  waswast, der Teufel,
er sagt
ha! du glaubst an Engel!
an  Paradies und Hölle
an seltsame verbote
und gebote
ausgerechnet du!
machst dir selbst das leben
schwer
er sagt
komm schon,
du schreibende
supermuslima
kompromisse suchende
sich wichtig machende
spagatierende
bestimmt
bist du vor Ihm
nichts als
eine Heuchlerin 

Nein! 
اعوذ بالله من الشيطان الرجيم

Nein!
Lass mich in Ruh
ich hör dir nicht zu!
auch nicht auf "irgendwelche Leute"
ich hör auf Ihn
und fühl in mir
was Er mir sagt
in Seinem Buch

«Allah hat die beste Botschaft offenbart, ein Buch mit gleichartigen, sich wiederholenden (Versen), vor dem die Haut derjenigen, die ihren Herrn fürchten, erschauert. 
Hierauf werden ihre Haut und ihr Herz weich (und neigen sich) zu Allahs Gedenken hin. 
Das ist Allahs Rechtleitung.....» (Az-Zumar Vers 23)

Ja!


Sonntag, 25. Dezember 2011

23 Jahre

23 Jahre hatten die ersten Muslime Zeit. Nach und nach wurde ihnen die Religion offenbart. Wurden ihnen Regeln gegeben, Verbote und Gebote. Sie konnten sich ganz langsam daran gewöhnen, schlechte Gewohnheiten ablegen, neue Riten erlernen und in ihren Alltag integrieren.

Heutzutage stürzt alles auf einmal auf einen neuen Muslim ein - und noch viel mehr, nämlich die ganzen Ahadith und alle in 1400 Jahren entstandenen Wissenschaften rund um die Religion. Er kann gleichzeitig verschiedene Koranübersetzungen und -Erläuterungen, Werke zu Tauhid, Aqida, Ibadat, Hadithwissenschaft lesen - um nur ein paar wenige Beispiele zu erwähnen (nein ich werde nicht erklären, was das alles ist - googelt selber ;) ) Und er führt es sich zu Gemüte und sieht, was er alles nicht weiß, und was er alles nicht wusste, und wie vieles er vielleicht falsch macht oder nicht ganz richtig, irgendwann merkt er, dass er unmöglich alles auf einmal sortieren und auch noch lernen und verinnerlichen und richtig machen kann. Nicht zu vergessen, dass wir uns ganz nebenbei noch ein wenig Arabisch-Kenntnisse aneignen wollen, und Gebetstexte und Suren  auswendig lernen.

Ach ja - und zu Koran und Ahadith und den Schriften der Gelehrten kommt heutzutage noch mehr auf uns zu: die Orientalisten, die Islamexperten und die liberalen Islam-Erneuerer, die wieder eine neue Sicht auf die Dinge propagieren - meist eine sehr angenehme, sympatische und auf jeden Fall eine viel "gesellschaftstauglichere"....

Gar nicht zu reden von den vielen gut gemeinten Ratschlägen, Mahnungen, Warnungen, Beschwichtigungen, Vorhaltungen usw. in islamischen sozialen Netzwerken und Foren und in Youtube-Videos.

Auf jeden Fall macht es einem manchmal den Kopf ganz wirr. Natürlich meinen es alle gut und wollen uns helfen, aber Papier frisst alles und das Internet erst recht, und es ist für Laien ziemlich schwierig,  die Spreu vom Weizen zu trennen. 

Ich glaube, ich werde mal einen Gang zurückschalten.  23 Jahre hatten die ersten Muslime Zeit. Ich muss nicht alles auf einmal schaffen. Der Weg ist das Ziel und die Absicht zählt. Ich will versuchen, mehr Geduld zu haben, auch mit mir selber. Und darauf vertrauen, dass Er  meine zahllosen Bitten erhört,  und dass ich deshalb so Gott will auf dem rechten Weg bin (für Nichtmuslime: nachstehende Sura, die erste des Koran, wird allein schon bei den täglichen 5 Pflichtgebeten 17 Mal rezitiert).




Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.(1) 
(Alles) Lob gehört Allah, dem Herrn der Welten, (2)
dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, (3) 
dem Herrscher am Tag des Gerichts. (4) 
Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe. (5) 
Leite uns den geraden Weg,(6) 
den Weg derjenigen, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden! (7)


Donnerstag, 15. Dezember 2011

Er weiß mich.

Eigentlich hatte ich gerade wieder mal Lust, ein wenig zu jammern. Wie allein ich mich manchmal fühle. Weil mich keiner versteht. Dass das Internet kein Ersatz ist für menschliche Zuwendung. Dass aber der Zuwendung, die ich im wirklichen Leben erfahre, ohne Verständnis etwas Wichtiges fehlt - wenn nicht das Wichtigste.

Doch - wie kann man eigentlich erwarten, dass irgend jemand einen versteht - wirklich versteht -  wenn man doch weiß, dass man manchmal nicht einmal sich selbst so richtig versteht? Und sich auch immer mal wieder eingestehen muss, dass man sogar diejenigen, die man am besten kennt, z.B. den Ehepartner oder die eigenen Kinder,  völlig falsch verstanden hat? Sei es in ihren Worten, Handlungen oder vermeintlichen Gefühlen?

Kein Mensch kann in einen anderen hineinsehen, hineinfühlen, hineinhören. Und die Worte des anderen vermischt man immer mit eigenen Assoziationen, Erinnerungen, Gefühlen, Emotionen. Wohl gibt es Ähnlichkeiten - man nennt es auch "Wellenlänge". Je mehr sie übereinstimmt, desto  geborgener, desto verstandener fühlt man sich. Glücklich ist, wer solche Menschen um sich hat.

Was mir aber heute so richtig bewusst wurde - jaja, ich habe manchmal eine ziemlich lange Leitung - ist:

Da gibt es doch den Einen, hoch Erhabenen, Gepriesen sei Er, Der mich versteht in allen meinen Gedanken, Handlungen, Gefühlen, Der  jede Regung, jede Empfindung, jede Zelle von mir kennt.




Wir haben ja den Menschen erschaffen und wissen, was (alles ihm) seine Seele einflüstert, 
und Wir sind ihm doch näher als seine Halsschlagader 




Was immer ich tue oder denke, Gutes oder nicht so Gutes, Gescheites oder Dummes, Nützliches oder Unnützes - Ihm muss ich nichts erklären, vor Ihm brauche mich nicht zu rechtfertigen. Allah s.w.t. weiß mich.

Was für ein gutes Gefühl, mich mit meinen Bitten um Vergebung in dieses grenzenlose Verstehen hinein fallen  lassen zu dürfen.

Worüber wollte ich denn gerade jammern....?

Montag, 12. Dezember 2011

blaues Gras

Wer nicht glaubt
kann nicht verstehen
wie man glauben kann.
Wer glaubt
kann nicht verstehen
wie man nicht glauben kann.
Wer dies glaubt
kann nicht verstehen
wie man jenes glauben kann.

Aber man kann verstehen, dass es so ist. Und jedem seinen Glauben oder Nicht-Glauben oder Anders-Glauben lassen. Auch wenn man seinen Nächsten natürlich den Glauben wünschte, den man selber für wahr hält. Nicht nur, um verstanden zu werden (aber auch ;) ). Sondern vor allem aus dem gleichen Grunde, wie man alles Schöne und Richtige mit ihnen teilen möchte: weil man überzeugt ist, es wäre genau so gut für sie wie für einen selbst.

Ich setze in diesem Beitrag voraus, dass man das Verb "glauben" wie ich mit "für wahr halten" gleich setzt.  Denn wenn man für wahr hält, dass das Gras grün ist, kann man nicht gleichzeitig für wahr halten, dass es blau ist. Und wenn mir auch  bewusst ist, dass alle Religionen Wahrheiten beinhalten,  habe ich persönlich ein wenig Mühe mit denjenigen, die finden, jede x-beliebige Religion und Nicht-Religion sei wahr und richtig, und man könne sich seinen Glauben auch aus einzelnen Teilen zusammenstellen. Aber ich verstehe und respektiere, dass es Leute gibt, die genau dieses für wahr halten. 

Es gibt aber auch immer wieder Menschen, die um-denken, und Muslime erstaunt es keineswegs, dass der Islam trotz seines schlechten Rufes und der negativen Berichterstattung die am schnellsten wachsende Religion der Welt ist.

Dienstag, 6. Dezember 2011

ein Geschenk

Ich habe ein Hobby. Ich fotografiere sehr gerne. Sehr laienhaft, mit einer kleinen Digitalkamara, aber mit den Dingern kriegt man ja heutzutage schon ganz schöne Fotos zustande.

Neulich hatte ich einen Himmelfimmel. Und weil ich die Bilder so schön fand, wollte ich gerne etwas damit machen. Und so habe ich ein kleines Video zusammengebastelt, mit ein paar Worten, die mir kürzlich einfielen und mit ein paar Koranversen und einem Zitat von Einstein.

Wenn es euch gefällt - bitte weiter verschenken...

Sonntag, 4. Dezember 2011

Arabisch 3


All jenen, die sich bemühen oder vorhaben, Arabisch zu lernen, will ich hier weiterhin von meinen Fortschritten berichten. Und ihnen sagen: es ist nicht leicht, aber es lohnt sich!

Wer meine "Metamorphose" gelesen hat, weiß, wie ich dazu kam, Arabisch zu lernen (u.a. als Sudoku-Ersatz) und erinnert sich daran, wie ich in der ersten Online-Lektion meinem Arabisch-Lehrer im Brustton der Überzeugung verkündete, ich hätte keineswegs die Absicht, den Koran zu lesen.