Dienstag, 24. Januar 2012

die Sprache des Glaubens

Nein, diesmal geht es nicht um die arabische Sprache. Sondern um die Frage, warum es so schwierig ist, mit nicht gläubigen Menschen über den Islam zu diskutieren. 

Im Anschluss an den letzten Beitrag sind mir - nicht zuletzt aufgrund verschiedener Fragen, die mir und anderen Muslimen immer wieder von Nichtmuslimen gestellt werden, noch ein paar Gedanken durch den Kopf gegangen.

Wie ich erwähnte, wurden mir anfangs viele Fragen nicht befriedigend erklärt. Immer wieder kam:

"das liegt in der Weisheit Gottes"

Ich hielt das für eine (faule) Ausrede. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich diese Antwort wirklich verstand. Nicht die Wörter, die Weisheit dahinter ;). Das ist nicht einfach nur ein Satz, das ist ein Teil des Glaubens, den man begreift, wenn der Glaube stärker wird.

«Und es entgeht deinem Herrn nicht das Gewicht eines Stäubchens, weder auf der Erde noch im Himmel, und nichts Kleineres als dies oder Größeres; (es gibt) nichts, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) wäre.» (Sure Yūnus: 61)

Wenn man nun mit Leuten spricht, die nicht in der Weise an Gott glauben, wie es ein Muslim tut, nämlich, dass Er seine Schöpfung nicht einfach sich selbst überlassen hat sondern immer die Fäden in der Hand hält, wenn man mit solchen Leuten z.B. über Gottes Gerechtigkeit spricht, dann ist es, als ob wir nicht dieselbe Sprache sprächen. Da können wir reden und reden und reden und der andere versteht immer nur Bahnhof. 

Außer, er öffnet sich. Lässt es ein. Fängt am Anfang an, nämlich indem er sich intensiv mit dem Koran beschäftigt. Von dem Moment an, wo ihm die Verbindung "Vorherbestimmung" und "Freier Wille" nicht mehr so paradox erscheint, wo er sich bewusst wird, wie beschränkt der eigene Verstand ist und wie groß  Gottes Weisheit (Allahu Akbar!), von dem Moment an fängt er langsam an, die Sprache des Glaubens zu verstehen. 

Bis dahin muss er sich vermutlich mit der "Ausrede" «es liegt in der Weisheit Gottes» begnügen...

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