Freitag, 31. August 2012

vermisst - so ein Mist!

Da es leider so ist, dass bei vielen Nicht-Muslimen bereits das 5-mal-tägliche Beten, das Kopftuch oder ein Bart zumindest suspekt ist, wenn nicht schon als fundamentalistisch, radikal, salafistisch und/oder extremistisch gilt, (wozu nicht nur dem Islam negativ gegenüber stehende Medien sondern - zumeist unbewusst und unbeabsichtigt, einfach durch ihre Suggestion, dass der "gute" Islam nur der "unsichtbare, unauffällige, der angepasste" sei -  auch viele allzu liberale, progressive Muslim/Innen beitragen) - dürfte diese Kampagne vor allem eins tun: nämlich Vorurteile bestärken, viele (zum Teil ganz unbegründete) Ängste schüren und das Image des Islam weiter verschlechtern. Und unter Umständen eine Welle von ungerechtfertigten Denunziationen lostreten.
Liebe Eltern, Freunde, Angehörige von Muslimen: Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen! Es gibt Millionen Muslime, die ihren Glauben ernst nehmen - ernster als die meisten Christen zum Beispiel - und trotzdem oder gerade deswegen mit Fanatismus und Extremismus nichts zu tun haben!  (Hier auch was zu diesem Thema)

Das heißt nicht, dass man nicht vorsichtig und vor allem aufmerksam sein soll - genauso vorsichtig wie wenn es z.B. um den Verdacht des Abdriftens in Neo-Nazi-Szenen, oder um Drogenmissbrauch geht. (Warum fiel es eigentlich noch nie jemandem ein, dafür derartige Denunziationskampagnen zu starten?) 


Samstag, 25. August 2012

(fast) nackt. oder: verkehrte welt.


Stellt euch mal vor, ein Fernsehmoderator, ein Verkäufer im Warenhaus, oder überhaupt die Männer an einem gesellschaftlichen Anlass, auf einem Ball oder im Kino zum Beispiel, stellt euch also vor, diese Männer würden Shorts tragen, dazu weit aufgeknöpfte Hemden oder ärmellose, enge Shirts, das eventuell vorhandene (oder auch nicht) Sixpack betonend.


Mittwoch, 22. August 2012

Das Ziel. Oder: FREIwillig

Eine Freundin hat in einem Forum geschrieben: "wichtig ist mir, ein Ziel zu haben". Aus dem Bauch heraus habe ich geantwortet: "Ist es nicht genau das, was uns der Islam, der Glaube gibt? Al-hamdu lillah."

Und dann fing ich an, nachzudenken; über mein Leben, über meine Ziele. Und stellte fest: Ich hatte eigentlich nie wirklich welche. Ich lebte in den Tag hinein, nahm die Dinge, wie sie kamen.  Irgendwie ergab sich alles.

Das ist jetzt anders. Denn, ja, in der Tat, genau das ist es, was uns der Islam, der Glaube gibt. Ein Ziel:

Sonntag, 19. August 2012

Nachhall

Wie schnell so ein Monat vorbei geht! Da war doch noch so viel, was ich hätte tun wollen....

Dabei habe ich mir für diesen Ramadan gar nicht allzuviel Konkretes vorgenommen. Ein wenig mehr im Koran lesen, ein paar zusätzliche Sunna-Gebete... 

Ich wollte mich hauptsächlich auf das Fasten an sich konzentrieren, in meinen hohlen Resonanzkörper hineinhören, der Wirkung  der Leere nachspüren, sie mit etwas Besserem füllen.

Montag, 13. August 2012

die fünfte Säule

Ich habe nicht gerne große Menschenansammlungen. Volksfeste meide ich schon seit vielen Jahren und wenn es doch mal unumgänglich ist, verlasse ich sie so schnell wie möglich wieder, genau so wie Einkaufszentren oder überfüllte Restaurants. Es ist nicht gerade eine Phobie (Demophobie nennt sich das, wie ich gerade ergoogelt habe) aber es geht in die Richtung.

Um so erstaunlicher, dass mich die Sehnsucht nach Mekka, die Sehnsucht nach dem Hadsch, so sehr erfasst, dass es fast schmerzhaft ist. Ich sehe das:

Donnerstag, 9. August 2012

wach (oder: Qiyam-ul-Layl)

Nach nochmaligem Nachfragen weiß ich nun endlich, woran ich vorgestern Nacht um eins in der Moschee teilgenommen haben. Es war diesmal nicht wie vermutet das Taraweeh-Gebet (das weiterhin gleich nach Isha verrichtet wird) sondern ein zusätzliches "Qiyam-ul-Layl", "Stehen in der Nacht", wie es dem Gesandten s.a.s. im Koran in Sure al-Muzzammil Vers 2 empfohlen wird: «......steh (zum Gebet) die (ganze) Nacht auf- bis auf einen kleinen Teil.....»  Man möchte auf diese Weise, indem im letzten Ramadandrittel jeweils zwischen ein und vier Uhr nachts in Gebetseinheiten von 2 Rakat (wieviele es waren? ich habe nicht mitgezählt...) der ganze Koran gelesen wird, auf keinen Fall die Nacht der Nächte verpassen:

Sonntag, 5. August 2012

sorgen

Vor ein paar Tagen ging es mir nicht so gut. Nein, das Fasten war es nicht, im Gegenteil, das war mein Halt im Sturm. Es waren alte Sorgen - ab und zu blähen sie sich auf, werden riesig, versuchen, mich zu überwältigen. Sie hielten mich nicht vom Fasten ab, aber sie durchdrangen mich und auch die Gebete und selbst das ganz bewusste Sprechen von "Allahu Akbar", um die Sache auf ihren Platz zu verweisen, wollten mir nur halb helfen, es waren fast nur Worte - was mir natürlich noch zusätzliche Schuldgefühle verursachte.

Donnerstag, 2. August 2012