Samstag, 28. Dezember 2013

die Gedanken sind frei.......

.......... heißt es in einem alten deutschen Volkslied

Manchmal sind sie mir allerdings zu frei! 

Montag, 23. Dezember 2013

übel

Im Koran heißt es:

Was unter übler Nachrede genau zu verstehen ist, wird in dieser Überlieferung erklärt:

Samstag, 7. Dezember 2013

gekaufte und andere glücksgefühle

Unablässig suggeriert man uns, dass Glück käuflich ist, respektive, dass Kaufen glücklich macht. Was es auch sei, was wir kaufen, ob es materielle Dinge seien oder Wellness oder Schönheit oder auch irgendwelche Kurse zum Glücklichwerden. Hauptsache Kaufen. Je teurer und je hipper desto glücklicher. Ach was für ein Glücksgefühl, wenn man sein neues Auto besteigt! Oder sein neues i-Phone soundso einweiht. Oder seine begradigte Nase im Spiegel betrachtet.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Lasse mich an Wissen zunehmen


Schwankt ihr auch immer wieder hin und her zwischen dem "Alleswissenwollen", der fast fieberhaften Suche nach Informationen, nach der "ultimativen Anleitung", nach der man alles richtig machen könnte? In der Hoffnung, jener Reinheit der Absicht, der Reinheit des Herzens (Ichlas) und dadurch am Ende Gott ein Stückchen näher zu kommen?  

Und dem Gedanken: "Nein, ich werde nicht weiter fragen, will gar nicht mehr mehr wissen, denn je mehr ich weiß, desto komplizierter wird vieles und desto unerreichbarer erscheint das Ziel."

Donnerstag, 28. November 2013

Wollen sie denn nicht glauben?

Allein schon dieser Vers genügt als Beweis für den Ursprung des Buches, in dem er steht, welches vor 1400 Jahren unter Menschen kam, die noch keine Ahnung von Urknall und vom Anfang allen Lebens hatten.





Mittwoch, 20. November 2013

Einlass

Ich glaube, man kann den Islam nicht von außen ansehen und studieren und meinen, ihn auf diese Weise zu verstehen. Dazu muss man ihn zuerst hereinlassen, sich darauf einlassen. Dann wird man, wenn man will und Gott es zulässt, mit der Zeit lernen, die Welt neu zu sehen, mit den Augen des Glaubenden. Nach und nach wird man merken, wie einleuchtend und logisch der Islam ist. Und bald wird man sich wundern, wie blind man vorher war.

Montag, 18. November 2013

ich-lastig

mein allererstes Tagebuch
Zu "ichlastig", schrieb kürzlich etwas herablassend irgendwo in irgend einem Blog irgendeine Ich(Blog)Schreiberin: Zu "ich-lastig" seien ihr die meisten Blogs.

Natürlich, die meisten Blogs sind ja auch nichts anderes als eine Art einsehbare Tagebücher! Keine Informationsseiten, keine Online-Zeitungen, keine Auflistung von Tatsachen. Auch Journalisten, wenn sie nebenher persönliche Blogs betreiben, scheuen sich nicht, darin ihre Meinungen in ich-Form zu präsentieren. Das ist es doch, was ein Tagebuch ausmacht: die Aufzeichnung von persönlichen Erlebnissen, Erfahrungen, Meinungen und Gedanken eines Ichs.

Sobald man das "ich" aus solchen Texten entfernt, gibt man den eigenen Ansichten und Schlussfolgerungen einen Anstrich von feststehenden Tatsachen, von Allgemeingültigkeit.

Samstag, 16. November 2013

frei. frei!

Auch das ist ein wiederkehrendes Thema in meinem Leben - und in meinem Blog. Gestern, ein kurzes Gespräch:

"Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Gott, wenn er denn tatsächlich existieren sollte, von den Menschen so unsinnige Handlungen verlangt. Siehst du nicht, wie du dich selbst zur Sklavin machst? Auf die Knie gehst vor einem kleinlichen Gott, der dich in deiner Freiheit einschränkt, dir dies und jenes verbietet, dir deinen Tagesablauf, ja einen Teil deiner Lebensführung vorschreibt."

Donnerstag, 7. November 2013

abhängig

Vor meiner Begegnung mit dem Islam war der PC für mich ein reines Arbeitsgerät. Ich konnte wohl mit Word und Excel & Co. ganz gut umgehen, aber dem Facebook-Konto, das ich auf Anraten meiner Söhne eröffnet hatte, konnte ich beim besten Willen nichts abgewinnen. Das Internet nutzte ich lange Zeit fast ausschließlich als Nachschlagewerk. Später kamen dann die Recherchen über die Religion und natürlich auch meine Online-Unterrichte dazu - derjenige, den ich gebe (Portugiesisch) und der andere, den ich nahm (Arabisch). 

Freitag, 1. November 2013

Koran im Herzen. Oder: Auswendig.

Das nachfolgende schöne Video hat eine Portugiesin auf fb gepostet, mit portugiesischen Untertiteln. Ich habe nach einer Version in Deutsch gesucht, aber leider nicht gefunden. Da ich es euch nicht vorenthalten möchte,  hier die ursprüngliche englische Version, es lohnt sich wirklich, sich das anzuschauen, es braucht keine großartigen Sprachkenntnisse. Sogar ich "Englisch-Phobikerin" wurde sofort in den Bann gezogen und war ein wenig traurig, als es nach fast eineinhalb Stunden "schon" zu Ende war.

"Koran im Herzen"

ist meine sehr freie aber wie ich finde passende Übersetzung des Filmtitels. By heart "beim/durchs oder mit dem Herz(en)" heißt nämlich sowohl auf Englisch wie auf Arabisch und auch in Portugiesisch und anderen lateinischen Sprachen nichts anderes als "auswendig". Es scheint, als ob diese Redensart ganz gezielt für das Auswendig-Können des Korans erfunden wurde - denn wenn man etwas tief im  Herzen aufbewahren soll, dann wohl das Wort Gottes. 

Die Kinder im Film scheinen den Koran freiwillig und mit viel Freude und Stolz zu lernen. Bei einigen ist vielleicht etwas Druck dabei - ähnlich demjenigen, den ehrgeizige europäische Eltern auf ihre begabten Kinder ausüben, aber zum Glück auf keinen Fall vergleichbar mit jenen pakistanischen Koranschulen, wo kleinen Jungs der Koran mit Schlägen eingebläut wird (ja, das gibt es leider auch, vor Jahren habe ich mal im Fernsehen eine Doku darüber gesehen).

Es ist aber nicht nur eine Dokumentation über ein paar Kinder, die aus allen Ecken der Welt zu einem Rezitations-Wettbewerb nach Kairo reisen, nein, ganz nebenbei lernen wir so Einiges über den Koran und den Islam. Und wir dürfen kurze aber unerwartet nahe Augenblicke mit ganz verschiedenen muslimischen Familien erleben.

Ziemlich am Anfang sagt der kenianische Vater zu seinem Sohn:

Wenn alle Muslime den Koran verstehen würden, dann wäre Frieden auf der Welt.

In diesem Sinne schlage ich vor, jetzt auf Vollbild zu schalten, sich zurücklehnen und zuzuschauen (übrigens, Nichtmuslime, keine Angst: es ist keine schönfärberische Lobhudelei sondern einfach ein Dokumentarfilm). Und wer grad nicht so viel Zeit hat: Lesezeichen nicht vergessen!



Mittwoch, 30. Oktober 2013

Bismillah, Alhamdulillah. Und ein Apfel.

Bismillah. Im Namen Gottes. Mit dieser Formel beginnt ein(e) Muslim(in) idealerweise alles, was er/sie tut. Um sich immer daran zu erinnern, dass alles, was er/sie ist und hat und tut, nur ist und hat und tut, weil Gott es zulässt. Dadurch, dass wir sie in Seinem Namen für Ihn ausführen, wird jede noch so alltägliche Handlung zum Gottesdienst. Nebenbei steigert dieser bewusste Einstieg in alle Tätigkeiten ganz allgemein die Achtsamkeit, mit der wir durchs Leben gehen.

Eine weitere Wirkung dieses kurzen Innehaltens besteht darin, dass man, wenn man gerade etwas tun will, das Gott missfallen könnte, diese Formel unmöglich aussprechen kann. Wodurch man sich dann im besten Falle davon abhalten lässt, dieses Vorhaben durchzuführen. (Leider ist es in der Realität meist so, dass es einem bei solchen Gelegenheiten gar nicht erst einfällt, "Bismillah" zu sagen...)

Samstag, 26. Oktober 2013

Luxusapps?

Wie die Tiere verfügen wir Menschen über einen Körper mit all seinen lebenserhaltenden Funktionen. Auch unsere Sinne sind die gleichen: Wir hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen. Niemand, ob religiös, agnostisch oder atheistisch, wird abstreiten, dass jede dieser Funktionen einen ganz bestimmten Zweck erfüllt.

Was uns nun von den Tieren unterscheidet, ist das ausgeprägte Bewusstsein unserer selbst, dieser Sinne und ihrer Wahrnehmung. Was den Menschen ausmacht, ist seine Fähigkeit, diese verschiedenen Perzeptionen intellektuell zu verarbeiten, sie abzuspeichern, miteinander zu vernetzen, nach Bedarf abzurufen und weiterzuverwenden. Und wo ist hier der Zweck?

Samstag, 19. Oktober 2013

Fleisch


Beim  Verarbeiten meines diesjährigen Anteils von  >>"Allahs Lamm" überlegte ich mir, wie denn der Islam meinen Fleischkonsum verändert hat. 

Kurz vorweg: das allerletzte Fleisch des Opferlamms vom Vorjahr habe ich am Arafat-Tag gekocht. Ein Drittel Lamm hat also ein ganzes Jahr gereicht. 

Dabei mochte ich Fleisch immer sehr gerne. Auch und sogar insbesondere Schweinefleisch und Wurst - ach wie liebte ich die Mailänder Salami oder hier unsere Chouriço und all die vielen typisch portugiesischen Eintopfgerichte mit Fleisch und Wurst und Füßchen und Knochen - manchmal sogar im eigenen Blut gekocht... 

Mittwoch, 16. Oktober 2013

fast bis nach Arafat....

mein Schatten - fast genau
Richtung Qibla
.......reicht mein Schatten ;). Ja, "mein" >>Arafat-Tag: Nach Asr (Nachmittagsgebet) bin ich losgezogen, ohne Handy, zur Küste. Habe mir einen schönen, einsamen Platz gesucht und dort die Zeit bis zum Sonnenuntergang in Seinem Gedenken verbracht. Zwischendurch schoss ich ein paar Fotos und fühlte mich durch den Gedanken, dass ich sie nachher mit euch teilen kann, mit euch verbunden. Damit ich nicht ganz im Dunkeln zurück laufen musste, spazierte ich, als die Sonne ins Meer eintauchte, zurück Richtung Auto und suchte und fand einen ungestörten Platz für mein Iftar (Fastenbrechen) und das Maghrib Gebet (Abendgebet).

mein Plätzchen - mit Rückenlehne ;)
(ein alter Marineturm)



Montag, 7. Oktober 2013

Einsichten, Auswirkungen und ein Hinweis

Aufmerksame Leser haben registriert, dass die Beiträge hier in letzter Zeit etwas rarer geworden sind.

Ein Grund dafür ist, dass ich gerade dabei bin, mich im Rahmen eines Projektes durch die alten Artikel zu lesen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich mich recht oft wiederhole, insbesondere, wenn es um das gegenseitige (Un-)Verständnis zwischen Nicht-Muslimen und Muslimen und um den Umgang der Gläubigen miteinander geht. Das ist nicht weiter verwunderlich: Die Polemiken in Medien, in sozialen Netzwerken und im richtigen Leben bleiben ja in etwa - leider - auch immer die gleichen. Wär schön, wenn der eine oder andere Artikel dazu beigetragen hätte, ein paar Vorurteile abzutragen. Aber ich möchte nicht allzu oft wiederkäuen und habe mir vorgenommen, ein wenig besser darauf zu achten. Das schränkt natürlich die Themenwahl etwas ein.

Montag, 30. September 2013

Besser als Schlaf

"Das Gebet ist besser als der Schlaf" - الصلاة خير من النوم, ausgesprochen "as-salâtu chairun min an-naum".

Dieser Satz hebt den Ruf zum Morgengebet von allen anderen Adhans ab. Er soll uns wohl in erster Linie dazu motivieren, das warme, gemütliche Bett zu verlassen und in "aller Hergottsfrühe" aufzustehen, um unser Gebet zu verrichten, weil es wichtiger und wertvoller ist als der Schlaf.

Samstag, 21. September 2013

Werbung. Und kein Mensch regt sich auf.

Werbung: Täuscht, trügt, gaukelt vor, suggeriert und manipuliert mit den raffiniertesten psychologischen Tricks. Ganz legal. Tägliche, ja unablässige massivste Gehirnwäsche. Mit viel mehr Wirkung als es der Einzelne wahr haben will, denn die horrenden Werbekosten lohnen sich, und wie! Und ganz nebenbei wird ein ganz falsches Bild dessen vermittelt, was wichtig sei im Leben und wie eine "heile Welt" auszusehen habe - mit durchschlagendem Erfolg, wie unser Konsumverhalten und manche unserer psychischen Verwirrungen beweisen. Und kein Mensch regt sich auf. Nicht einmal mehr über die Unterbrechungen beim Film.

Donnerstag, 19. September 2013

der wandelnde Koran

Anfangs war er für mich nicht mehr und nicht weniger als derjenige, der Gott quasi als Aufnahme- und Wiedergabegerät für Seine Botschaft diente. Zunächst interessierte mich vor allem diese: der Koran.

Ich kann mich auch noch ganz gut erinnern, wie ich einmal - ich weiß nicht mehr, ob es kurz vor oder kurz nach meiner Konversion war - genervt meinte: Da  hackt ihr stets darauf herum, wie die Christen Jesus verehren, wo er doch in euren Augen auch "nur" ein Gesandter Gottes war - und dann geht ihr hin und macht so ein Riesen Aufhebens um diesen Muhammad (s.a.s.). »Wir beten ihn nicht an, halten ihn nicht für Gott oder Seinen Sohn, aber wir lieben ihn«, war die Antwort. »Sollen wir nicht den lieben, der uns Gottes Botschaft überbrachte?«

Naja. Das mag für einen geborenen Muslim ganz selbstverständlich sein: Er wächst mit den Geschichten um den Propheten auf, wie die Christen mit den Jesuslegenden. Sogar "Papierchristen" , die ansonsten nichts mit Religion am Hut haben, haben dadurch ein positives Bild von ihm abgespeichert. Gläubigen Christen dürfte es erst recht ein Leichtes sein, den Menschen Jesus zu lieben. Bei den Muslimen und ihrem Muhammad (s.a.s.) , ist es sicher genauso.

Samstag, 14. September 2013

Balkonausblicke (und ein Dank-Gedanke)

Gestern hatten wir seit langer Zeit wieder einmal verhangenen Himmel hier an der Algarve. Es war den ganzen Tag über ziemlich heiß und feucht und drückend, und am Abend, gleich nach einem ganz kurzen Regenguss, der nicht wirklich Erfrischung brachte, habe ich dieses Foto  gemacht, ihr dürft drei mal raten, von wo. Und dann dachte ich, es wäre nett, die schönsten Balkonfotos einmal neben- respektive untereinander zu stellen.

Mittwoch, 11. September 2013

Erklärung

Ein bisschen schweren Herzens aber überzeugt, dass es das Richtige ist, habe ich etwas getan, was ich bisher in diesem Blog noch nie getan habe. Wie es dazu kam, ist auch Teil meines Werdegangs im Islam - immerhin habe ich wieder etwas Wichtiges gelernt - und deshalb möchte ich es hier erklären.

Freitag, 30. August 2013

freuwillig

Ja, freuwillig, das ist kein Druckfehler, sondern war ein zwar unfreiwilliger aber wunderbar passender Verschreiber einer lieben Freundin, der so gut zu dem heutigen Artikel respektive dessen Botschaft passt, dass ich das Wort am liebsten patentieren und im Duden verewigen lassen würde ;).

Montag, 26. August 2013

Auswertung der Kopftuchumfrage

Dann wollen wir uns also das Resultat dieser "ultimativen Kopftuchumfrage" einmal ansehen. Weit über zweihundert Teilnehmerinnen in so kurzer Zeit in so einem Blöggli ist ja ein tolles Resultat: Vielen Dank fürs Mitmachen.

Donnerstag, 22. August 2013

Lesenswerte Stimmen zu Ägypten

Ich bin auf zwei Artikel zum Thema Ägypten gestoßen, auf die ich auch fb- und twitter-Verweigerer unter den Blog-Leser/Innen aufmerksam machen möchte:

1. Jürgen Todenhöfers Kommentar zu den Ereignissen in Ägypten:



2. Aus der Berliner Zeitung: "Wer in Ägypten die Strippen zieht":





PS: die Kopftuchumfrage läuft noch! Wer noch nicht mitgemacht hat, bitte jetzt abstimmen:

Montag, 19. August 2013

ultimative kopftuchumfrage

Vor ein paar Tagen hat mir jemand den Link zu diesem Artikel bei "20 Minuten" geschickt:


(Klick aufs Bild führt zum Artikel)

Donnerstag, 15. August 2013

Ramadan 1434 «Postramadan-Syndrom»

Es scheint fast so, als wär ich nicht die Einzige mit diesem Postramadan-Syndrom. Ich will deshalb versuchen, kurz zu analysieren, was da passiert ist. InschaAllah beruhigt das vielleicht andere in ähnlicher Situation und mir selber gibt das Schreiben den letzten Kick zurück Richtung Normalität und hält mich vom Garnichtstun ab.

Donnerstag, 8. August 2013

Ramadan 1434 «عيد الفطر Festtagsgebet»

Ein paar Eindrücke von unserem Festtagsgebet in Portimão, Algarve, Portugal:


Allah ich danke dir. Ich danke Dir für diesen Ramadan. Ich danke Dir für ALLES. Ich danke Dir dafür, dass ich Dir danken darf.

Und ich danke euch, liebe Leserinnen und Leser, dass ich meinen Ramadan mit euch teilen durfte, dass ihr mich 30 Tage lang begleitet und kleine Durchhänger ;) aufgefangen habt.

Mittwoch, 7. August 2013

'Id Mubarak عيد مبارك

29. Ramadan 1434 «Kitab Allah. Und: Mount Everest»

Gestern habe ich die letzten Suren des Koran gelesen. (Ich wollte erst schreiben "...den Koran zu Ende gelesen" da hatte ich das Gefühl: Nein, das passt nicht, den Koran kann man NIEMALS zu Ende lesen...). Übrigens kam ich gestern in Zeitnot, weil es im Internet plötzlich hieß, es könnte eventuell schon der letzte Ramadan-Tag sein (mit dem Ramadan-Ende respektive mit dem 'Id-ul-Fitr, dem Fastenbrechenfest, verhält es sich nämlich ähnlich wie mit dem Anfang, siehe »HIER« ;) ). Aber so kurz vor dem Ziel wollte ich keinesfalls aufgeben

Was für ein Glücksgefühl, als ich las "مِنَ الْجِنَّةِ وَالنَّاسِ"  ("von den Dschinn und den Menschen" - der letzte Vers der letzten Sure). Es war, als hätte ich gerade den Mount Everest bestiegen oder so. Ich hätte die ganze Welt umarmen mögen. 

Dienstag, 6. August 2013

28. Ramadan 1434 «wehmütig»

Mir ist wehmütig zumute. Die Zeit ist viel zu schnell vorbei gegangen! Nur noch zwei drei Tage! Mir ist, als ob jemand, den ich sehr liebe, sich gleich für eine lange Zeit verabschieden wird. Ich will mich deshalb während dieser letzten Tage noch intensiver meinem Besuch widmen, inschaAllah. Vielleicht sollten wir das alle tun. Wir möchten doch, dass er nächstes Jahr wieder zu uns kommt.






Montag, 5. August 2013

27. Ramadan 1434 « شروق »

So, nachdem ich euch gestern Abend eine Aufnahme  von kurz nach Sonnenuntergang gezeigt habe, hier jetzt noch eine von heute Morgen kurz vor Sonnenaufgang:



Das zwischendrin gehört mir :).

Und jetzt mal sehen, ob ich noch eine Mütze voll Schlaf kriege vor der Arbeit.

Sonntag, 4. August 2013

27. Ramadan 1434 «Dua für Laylat-ul-Qadr»

Heute mein Post ausnahmsweise früher als sonst. Eben war Maghrib, der 27. Ramadan hat begonnen und ich habe dieses Foto geknipst von unserem Abendhimmel mit dem Abendstern. Und wollte euch noch in Erinnerung rufen, was für ein Bittgebet man sprechen soll wenn man man weiß, dass Laylat-ul-Qadr ist:




Aischa (ALLAHs Wohgefallen mit ihr) berichtete, (dass sie sagte):
„O Gesandter Allahs, was würdest du mir (für ein Bittgebet) empfehlen, wenn ich weiß, in welcher Nacht Lailat-ul-Qadr ist? Was soll ich sagen?" Er sagte: „Sprich dann: 'O Allah! Wahrlich Du bist Der Allvergebende, und Du liebst die Vergebung, so vergib mir! (Allahumma innaka 'Afuun, tuhibbul 'Afwa, fa 'afu 'anni)'" (Ahmad Ibn Hanbal, Tirmidhi und Ibn Madscha)


26. Ramadan 1434 «er wird uns fehlen!!»


Wie schnell doch die Zeit vergeht! Lasst uns die letzten paar Tage gut nutzen, denn bald heißt es wieder:


Sohn: "Baba - mir fehlt Ramadan. Glaubst du, wir fehlen ihm auch?"

Vater:  "Aber natürlich fehlen wir ihm, mein Söhnchen! Deshalb kommt er doch jedes Jahr zehn Tage früher!

(Ich weiß, diese Anekdote ist nicht neu. Aber immer wieder süß. Und ich bin fast sicher, meine nicht-muslimischen Leser/Innen haben sie noch nie gehört).

Übrigens - für diejenigen, die wie ich am 10. Juli mit Fasten begonnen haben, beginnt heute zu Maghrib der 27. Ramadan. Also die Nacht, die mit großer Wahrscheinlichkeit die Nacht der Nächte sein könnte, »Laylat-ul Qadr«. Wenn eine Nacht es lohnt, wach zu bleiben, dann diese! 1000 Monate ist sie wert. Tausend! Monate! Genauer gesagt: sie ist BESSER als tausend Monate. So wenig ich verstehen kann was das nun wirklich bedeutet, so sehr wünsche ich mir, dass mir und euch etwas von diesem Segen zuteil werde. Allahumma - bitte!


Samstag, 3. August 2013

Freude und Glaube

"Quem corre por gosto, não cansa" sagt ein portugiesisches Sprichwort. "Wer aus Freude/Lust läuft, wird nicht müde.

Mit dem Fasten verhält es sich ähnlich. Wer es aus dem Glauben heraus tut, dem fällt es leicht. Außerdem sind wir davon überzeugt, dass Allah  uns das Fasten im Ramadan besonders leicht macht: 

"Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Wenn Ramadan kommt, werden die Tore des Paradieses geöffnet, die Tore des Höllenfeuers geschlossen und die Satane in Ketten gefesselt." 

Offenbar sind ja Millionen von Menschen in der Lage, das ziemlich problemlos durchzuhalten, während andere dauernd von Unsinnigkeit und von Gefahren sprechen und nicht aufhören, Muslime davor zu warnen.  Und es weit von sich weisen, es auch nur mal einen Tag lang auszuprobieren. Voller Angst, der Flüssigkeitsentzug könnte ihrer Gesundheit schaden. (Nach dieser Logik müssten Muslime eine bedeutend kürzere Lebenserwartung haben, und/oder eine bedeutend höheres Krankheitsrisiko - davon ist mir allerdings nichts bekannt). Vielleicht haben sie aber auch bloß Angst, es nicht zu schaffen? Also ich glaube, ich hätte mir das früher auch nicht zugetraut. 

Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich im Beitrag "Mit-Fühlen" nicht mehr als zwei Leser/Innen dazu bereiterklärt haben, mal einfach so aus Neugier einen Tag lang islamisch zu fasten. Es lohnt sich also nicht, eine Folge-Umfrage zu machen, es wäre aber sehr nett, wenn die beiden  in einem Kommentar über ihre Erfahrungen berichten würden (man kann wieder kommentieren, ohne dass man irgendwo registriert sein muss).

Natürlich brauchen auch Muslime eine gehörige Portion Durchhaltevermögen. Nicht nur fürs Fasten, auch und fast noch mehr für die dazugehörigen Anstrengungen (keine bösen Worte, zusätzliche Gottesdienste, wenig Schlaf, etc.). Aber wer sich aus dem Glauben heraus bemüht, tut es mit Freude. Und dann - siehe oben: Wer aus Freude läuft, wird nicht müde.

Manche werden jetzt sagen: "Na ja, ein alter Hut, das weiß man doch: Der Glaube versetzt Berge!" Stimmt fast. Nicht ganz. Nicht der Glaube, aber Der, an Den wir glauben. 

لا حول ولاقوة إلا بالله

La hawla wa la quwwata illa billah

Es gibt keine Macht und keine Kraft außer durch Gott. Nichts existiert und nichts geschieht ohne Seinen Willen. Nichts.

Freitag, 2. August 2013

24. Ramadan 1434 «Freitag: Al-Kahf»

Weil heute Freitag ist *), der letzte in diesem Ramadan, beglücke ich euch mit einer - wie ich finde - berührenden Rezitation der Sure Al-Kahf von meiner Lieblings-Stimme, Majed Al-Enezi. Soviel ich weiß, ist er aus Kuwait. Eine angenehme mittlere Tonlage, deutlich, nicht zu weinerlich, nicht zu laut, melodisch aber nicht zu sehr "gesungen", nicht zu schrill, nicht zu schnell, so dass ich sogar mitlesen kann. Und ohne allzuviel künstlichen Halleffekt. Ist natürlich Geschmacksache, aber mir gefällt es, euch vielleicht auch?

Damit ihr dazu auch etwas für die Augen habt, habe ich die Rezitation mit meinen Rosenfotos unterlegt. 

So, und jetzt zurücklehnen und genießen, sich durchdringen lassen:



Leider hat offenbar beim Herstellen des Films die Tonqualität ein wenig gelitten, was ich erst nach Veröffentlichung gemerkt habe. Hier kann man die Sure zwar ohne Rosen aber in besserer Qualität anhören und auch herunterladen:
http://www.mp3quran.net/de/majd_onazi_germany.html
Allerdings bin ich dabei, den Schaden zu beheben und so werde ich das Video in ca. 1 h ersetzen.
Na ja, wirklich viel besser ist es nicht geworden. 
So, dritter Anlauf. Hat noch ein paar Stotterstellen. Aber ich habe jetzt definitiv noch Anderes zu tun ;).

*) es ist empfohlen, Freitags die Sure Al-Kahf zu lesen

Donnerstag, 1. August 2013

Schade

Schon schade, dass manche fasten und ihre Bemühungen dann selbst entwerten oder zunichte machen, weil sie einen wichtigen Aspekt des Fastens außer Acht lassen:


Wie wir uns gegenüber Mitmenschen während des Fastens verhalten sollten, beschreibt u. a. folgender Teil einer weiteren Überlieferung:

«Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Das Fasten ist (für den Menschen) ein Schutz so soll er (während des Fastens) weder Schändlichkeit noch Torheit begehen und wenn jemand ihn zum Zweikampf auffordert oder beschimpft, soll er ihm zweimal sagen: „Ich faste.“ » (Siehe Hadith Nr. 1904) 

Den ersten Hadith habe ich noch in einer leicht anderen Übersetzung und mit einer kurzen Erläuterung gefunden:

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Wer das falsche Wort* und dessen tatkräftige Durchsetzung nicht unterlässt, von dem verlangt Allah nicht, dass er auf sein Essen und Trinken verzichtet.“ (*Das falsche Wort umfasst sowohl das Wort als auch die Handlung wie das falsche Zeugnis, die Heuchelei, die falsche Beschuldigung an Menschen und die üble Nachrede)  [Sahih Al-Bucharyy Nr. 1903]

Übrigens: Gegen diese erwähnten schlechten Eigenschaften anzukämpfen gehört zum täglichen »Dschihad« eines Muslims, nicht nur im Ramadan....

Auch Lästern und Beschimpfen geht unter "falsches Wort".  Also, liebe Geschwister im Islam, verschenkt nicht leichtfertig euer Fasten, seid nachsichtig und freundlich! Und  »lächelt«!

Mittwoch, 31. Juli 2013

22. Ramadan 1434 «Jacaranda»

Nahaufnahme
Der Nick einer Leserin, die zum Beitrag «Durchhänger» einen Kommentar gepostet hat, erinnerte mich an ein paar Fotos, die ich vorletzten Frühling in Lissabon geknipst habe. Ich meinte deshalb:

"Gerade überlege ich mir, wie ich meine schönen Jacaranda-Bilder mit einem Ramadan-Artikel verknüpfen könnte... ;) Hast du eine Idee?"

Worauf sie u. a. antwortete:

"Vielleicht fällt mir doch ein Bezug zu Ramadan ein: Etwas sehr Schönes, unverhofftes, noch nie gesehenes ... und sowieso: ein wunderbarer Teil der Schöpfung - und sie blühen nur zwei Wochen im Jahr. Sie geben alles in diesen zwei Wochen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. - Also her mit den Bildern ;). Alles Liebe, Jacaranda"

Den ganzen Kommentator inkl. wie Jacaranda zu ihrem Nick kam und was das mit meiner Wohngegend zu tun hat, kann »HIER« nachgelesen werden.

Und hier also die versprochenen Fotos, allerdings wie gesagt aus Lissabon, nicht aus meinem Städtchen, wo es natürlich auch Jacarandas gibt; aber so viele wie in Lissabon habe ich noch nie an einem Ort gesehen:

Frühmorgens im Bairro Alto
An einem trüben Nachmittag in einem Park beim Marquês de Pombal
Und im Abendlicht in der Alfama









































































































Und jetzt lasst uns alles geben, um in den restlichen Ramadan-Tagen unsere Aufgabe zu erfüllen - es bleibt nur noch eine gute Woche! 

Übrigens - Jacaranda - wenn du wieder einmal die Algarve besuchst, bitte melde dich bei mir! (Benutz das Kontakt-Formular.)


Wer es noch nicht gemerkt hat: Die Kommentarfunktion ist wieder voll aktiviert, man kann wieder kommentieren, ohne irgendwo registriert sein zu müssen. Ich denke nicht, dass der "Wichtel" oder besser "Gnom" hier mitliest (wär ja sehr merkwürdig wenn er ja den Islam derart hasst) - inschaAllah bin ich ihn los ;).

Dienstag, 30. Juli 2013

21. Ramadan 1434 «unchristliche Herrgottsfrühe»

In der Tat, wir stehen schon seehr früh auf im Ramadan. Fajr, der Zeitpunkt, ab welchem gefastet wird, ist jetzt hierzulande um ca. 04.50 Uhr. Da ist es um 4.00 allerhöchste Zeit, aufzustehen, wenn man noch in Ruhe das Suhur-Frühstück zubereiten und zu sich nehmen will. 


Anas Ibn Malik y  berichtete, dass der Prophet, Allahs  sagte: „Nehmet (im Ramadan) eine Mahlzeit vor der Morgendämmerung ein denn diese ist eine segensvolle Mahlzeit.“ [Sahih Al-Bucharyy Nr. 1923]

In Deutschland findet das Ganze je nach Standort noch eine gute Stunde oder mehr früher statt. Und jetzt, während der letzten 10 Nächte des Ramadan, kommen wir vor Suhur oft gar nicht zum Schlafen. 

Bei so einer "unchristlichen Uhrzeit" kommt einem schnell der Ausdruck "in aller Herrgottsfrühe" in den Sinn. Ich wollte wissen, woher diese Begriffe kommen.

Die Suche war nicht ergiebig, nicht einmal das sonst so ausführliche "Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm" geht auf die Herkunft dieser Redewendungen ein. Immerhin hat mir Scheich Google dann doch noch ein paar Vorschläge gemacht, ohne Gewähr, allerdings.

Bei der "Herrgottsfrühe" handele es sich vielleicht um einen Hinweis auf das Läuten der Glocke zur Frühmesse, las ich. Oder es könnte sich auf Gott als den Geber und Herrn der Zeit beziehen.

Die "unchristliche Uhrzeit" wiederum könnte, so wird spekuliert, vom Gebetsruf des Muezzins her kommen, der noch vor den christlichen Glocken ertöne. Stimmt aber nicht - es gab natürlich schon früher Kirchenglocken, die jede Viertelstunde anzeigen und besagte Frühmessen, die nicht nach dem Athan sondern davor stattfanden, deshalb ist der islamische Bezug äußerst unwahrscheinlich.

Wie dem auch sei, wenn man so früh auf ist, wenn es noch dunkel ist und ganz still, wenn noch nicht einmal die Vögel zwitschern und der erste Hahnschrei auf sich warten lässt, dann scheint es, als hätte man die Welt für sich allein und man fühlt sich in aller Herrgottsfrühe seinem Herrn und Gott, Allah, dem Geber und Herrn der Zeit (und alles anderen) näher denn je.

Nach Suhur und dem Fajr-Gebet und etwas Koran-Lektüre geht es dann inschaAllah um Shuruk herum (Sonnenaufgang), bei ein wenig ganz speziellem Früh-Gesang  vor meinem Schlafzimmerfenster, noch ein Stündchen oder zwei schlafen. Darf ich vorstellen: Mein Gartenteichfrosch:




Und jetzt schlaft alle gut!


Das losgelöste Adjektiv "unchristlich" wird übrigens bei den Gebrüdern Grimm sehr eingehend behandelt. Wen's interessiert: http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GU05756

Montag, 29. Juli 2013

20. Ramadan 1434 «die letzten 10 Nächte»



Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Schon sind  die letzten 10 Ramadan-Nächte angebrochen. Nach den meisten Gelehrten soll eine davon Laylat-ul-Qadr sein, die Nacht der Bestimmung, der im Koran eine eigene Sure gewidmet ist. Wahrscheinlich ist es eine der ungeraden Nächte, manche geben den 27. als gesichert an. Es erübrigt sich, zu spekulieren, insbesondere, da ja auch nicht alle am gleichen Tag mit Fasten begannen. 

Aber ich wünsche allen Muslimen, dass Allah r uns ermöglichen möge, den Frieden und den Segen dieser ganz besonderen Nacht wach und wachsam und achtsam erleben zu dürfen.



Für Nichtmuslime: mit "ihn" (wir haben "ihn" ja in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt) ist der Koran gemeint.


Sonntag, 28. Juli 2013

19. Ramadan 1434 «tiiwiifrii ;) - es fehlt nichts!»

Für diesen Ramadan habe ich mir eine fernseh-freie Zeit verordnet. Auch das ist Fasten: Verzicht auf  unnötige Zerstreuung, auf Ablenkung von dem Wesentlichen. 

Eigentlich hatte ich mir eine Nachrichtensendung pro Tag erlaubt. Ich schaue auch sonst nicht allzu viel fern, aber ohne eine tägliche Nachrichtensendung, glaubte ich, kann man nicht auskommen, wenn man einigermaßen auf dem Laufenden sein will, was in der Welt geschieht.

Aber in Wirklichkeit habe ich den Apparat bisher noch nicht ein einziges Mal eingeschaltet!

Dass mir selbst die Nachrichten so gar nicht fehlen würden, hätte ich nie gedacht. Mir fehlt nichts, absolut nichts. Im Gegenteil - mir geht es wunderbar ohne die täglichen bebilderten Meldungen über Kriegsdetails und Katastrophen, über Angelas und Angelinas, über Plagiatoren, Betrüger und Sparpolitik, über royal Babies und Fussballtransfers, über Krisen und Troikas und Arbeitslose und Sommerlöcher, und noch viel weniger fehlen mir die entsprechenden Kommentare von ach so weisen Experten und Sachverständigen zu all diesen Themen. Und am allerwenigsten fehlt mir das Werweißen*) was wohl wahr und was erfunden und was gelogen und was verfälscht und wie es wohl in Wirklichkeit sei. 

Die tatsächlich wichtigen Infos kriege ich auch im Internet, hier kann ich außerdem gezielt auswählen, wo ich mir wann wieviele von wem hole und welche davon ich zu Ende lese, und ich muss mir nicht jede Belanglosigkeit antun. (Jaja, auch hier kommt man selbstverständlich nicht ums Werweißen herum ;), in dieser Beziehung haben die Internet-Informationen denen aus dem Fernsehen nicht viel voraus, außer dass man eben von vorneherein vertauenswürdiger erscheinende Quellen auswählt).

Auf jeden Fall genieße ich die zusätzliche Zeit und innere und äußere Ruhe - sie passen zur Ramadanstimmung, und ich kann euch versichern: langweilig wird mir nicht!


Gerade fällt mir ein, ich hatte kürzlich schon einmal eine praktisch fernsehfreie Zeit, in einem fernen (aber dem Herzen ganz nahen) Land. Aber da war ich mit so viel anderem beschäftigt, dass mir das nicht einmal richtig bewusst wurde... ;)


 *) Werweißen: ich dachte eigentlich, der Ausdruck wär schweizerisch, ist er aber nicht. Falls ihn  jemand trotzdem nicht kennt: Er bedeutet soviel wie hin und her überlegen, herumrätseln)



PS: Zum Thema Informationsflut habe ich schon mal meine Meinung kundgetan: »verstörend«. (Nein nein, nicht als "ach so weise Expertin oder Sachverständige", nur als ganz gewöhnliche denkende Info-Konsumentin.)

Samstag, 27. Juli 2013

18. Ramadan 1434 «Durchhänger»


Gewisse Umstände haben dazu geführt, dass ich diesen Ramadan nicht nur allein faste, sondern auch größtenteils allein bin. Das ist im Grunde vorteilhaft, denn so ich kann mich in meiner freien Zeit soviel ich will der Religion widmen. Auch fühlt man sich in dieser besonderen Zeit unter Menschen, die nichts mit Islam und Fasten und Ramadan am Hut haben und das Ganze eher lächerlich finden zuweilen einsamer als ganz allein.

Nichts desto trotz - auch dieses Jahr habe ich ab und zu einen kleinen Durchhänger. Hadere mit der Einsamkeit: Ich faste alleine. Ich bete alleine. Ich lese Koran - alleine. Ich stehe ganz alleine in der dunklen Frühe auf. Ich koche alleine und ich breche das Fasten alleine. Sollte ich mal in die Moschee gehen, natürlich alleine, werde ich auch dort, zumindest sprachlich, allein sein. Und natürlich schreib ich alleine und.......

........ und dann denke ich: Chair inschaAllah! 

"Sag: Meine Genüge ist Allah. Auf Ihn verlassen sich diejenigen, die sich (überhaupt auf jemanden) verlassen." (Az-Zumar: 38) 

Es ist mein Ramadan, so wie ER ihn für mich vorgesehen hat. Ich sollte froh sein, dass ich mich frei und entspannt den zusätzlichen Gottesdiensten widmen kann. Und ich muss dankbar sein, auch und gerade für diese Momente der Traurigkeit die, wenn ich geduldig bleibe, mich näher zu Ihm bringen können. So Er will.

Denn: (zum wiederholten Male einer meiner liebsten Ahadith)

Allahs Gesandter   hat gesagt: „Die Sache des Gläubigen ist wunderbar. Alle seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und dies ist bei niemandem so außer dem Gläubigen. Wenn ihm etwas Schlechtes widerfährt, ist er geduldig, und dadurch wird es gut für ihn, und wenn ihm Gutes widerfährt, ist er dankbar, und dadurch wird es gut für ihn.“ (Suhaib; Muslim)

Ganz abgesehen davon: Wieviele Menschen auf dieser Welt sind allein! Und wieviele Menschen haben viel größere Probleme und wären gern allein, wenn sie dafür z. B. genug zu Essen oder Gesundheit oder einfach nur Frieden hätten...

Und überhaupt, ich hab ja euch :)!

Übrigens - die Kommentarfunktion ist wieder voll aktiviert, man kann wieder kommentieren, ohne irgendwo registriert sein zu müssen. Ich denke nicht, dass der "Wichtel" oder besser "Gnom" hier mitliest und darauf gewartet hat - inschaAllah bin ich ihn los ;).

Freitag, 26. Juli 2013

17. Ramadan 1434 «Alles Banane»

Was Bananen mit dem Ramadan zu tun haben? Nun ja - ich weiß zwar nicht, ob das ein allgemein verbreitetes Problem ist oder eher ein altersbedingtes oder einfach ein persönliches, aber bei mir  gibt es vor allem Nachts eine unangenehme Nebenerscheinung des Fastens: Waden- und Schienbein (!)-Krämpfe. Und dagegen hilft nichts besser als täglich respektive nächtlich eine oder zwei Bananen

Wie es der Zufall so will - gerade jetzt schlüpfen aus einer vor 2 Jahren gepflanzten Bananenpalme in unserem Garten ERSTMALS junge Banänelchen. Natürlich nützen die mir jetzt nicht als Magnesiumzuschuss in diesem Ramadan, aber die Freude ist groß - Allahu Akbar. Sind doch süß, die Kleinen, oder etwa nicht?





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Donnerstag, 25. Juli 2013

16. Ramadan 1434 « helfen»

Eine schöne Übersicht über die Vorzüge des Fastens:



Führt u.a. zu: Mitgefühl, Großzügigkeit, Barmherzigkeit, sozialem Engagement....

Spenden kann man natürlich das ganze Jahr. Aber im Ramadan sind wir ganz besonders dazu aufgerufen. Zum Beispiel bei "muslimehelfen"




Mittwoch, 24. Juli 2013

15. Ramadan 1434 «Harira. Und: Keine Ahnung.»

Zum ersten Mal aß ich diese Suppe in Marokko, genauer gesagt in Marrakesch, auf der "Place Djeema el Fna". Ich hielt mich im Juni 2011 eine Woche in dieser Märchenstadt auf, alleine, und pflegte auf dem berühmten Platz in einem der täglich neu aufgebauten "Freiluft-Restaurants" etwas zu Abend zu essen. 

Diesmal setzte ich mich an einen Suppenstand. Es gab Suppe mit Datteln. Ich hatte keine Ahnung, dass es sich dabei um das marokkanische Gericht zum Fastenbrechen handelte. Es war ja auch nicht Ramadan und ich hatte ebenso keine Ahnung, dass man auch gerne einfach so, freiwillig, fasten kann/soll/darf(!) - z. B. Montags und/oder Donnerstags. Oder an den drei Weißen (die Vollmond-Tage jeden Monats). 

Von meiner Unwissenheit wiederum hatte das freundliche junge Pärchen aus Nordmarokko, das sich zu mir setzte, natürlich keine Ahnung, bestimmt ging es davon aus, dass ich zum Iftar dort saß. Wir hatten eine nette Unterhaltung und am Schluss bestanden die beiden unbedingt darauf, mir mein Essen zu bezahlen. Ich hatte noch keine Ahnung von islamischen Gepflogenheiten und fand das ganz und gar unglaublich, dass jemand einfach so einen wildfremden Menschen zum Essen einlädt... 

Seit ich nun etwas mehr Ahnung habe (genauer gesagt seit kurz nach jenem Urlaub), koche ich mir zu Ramadan einen großen Topf Harira-Suppe und friere sie dann in Portionen ein. Die ist so nahrhaft und sättigend, dass sie mit einem anschließenden knackigen Salat und einem Stück  Obst völlig als Mahlzeit ausreicht.

Es gibt viele verschiedene Rezepte für diese Suppe. Meins geht so:

Harira-Zutaten: Für 8 Personen
Vorbereitung: ca. 30 Minuten
Danach ein Nüsslisalat mit Ei (zu Deutsch: Feldsalat)
Garzeit:  ca. 1 h 30 Min

1 große Zwiebel, fein gehackt
100 g Linsen, kurz blanchiert
100 g getrocknete Kichererbsen,
      über Nacht eingeweicht und abgetropft
½ Bund Petersilie
½ Bund Koriandergrün
Öl
500g Geflügelklein oder Suppenfleisch von Rind, in kleinen Würfeln
2 Zimtstangen
½ Teelöffel gemahlener Ingwer
1 Prise Safran (falls verfügbar)
1 Esslöffel Salz
1 Teelöffel gemahlener Pfeffer
100 g Reis oder Vermicelli
4 Fleischtomaten klein gewürfelt oder 1 Esslöffel Tomatenmark
4 Esslöffel Mehl

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und hacken. Die Kichererbsen abtropfen lassen, die Petersilie und das Koriandergrün waschen und hacken.
In einer Kasserolle das Öl erhitzen und die Zwiebeln und das Fleisch anschwitzen. Die Gewürze zugeben, mit 1 Liter Wasser auffüllen, die Petersilie, 2/3 des Koriandergrüns und die Kichererbsen hinzufügen und 1 Stunde garen. Anschließend die Linsen und das in kleine Würfel geschnittene Gemüse unterrühren.
Inzwischen die Teduoira zubereiten, die zum Binden der Suppe dient: das Mehl in 1 Liter kaltem Wasser auflösen; das Tomatenmark und das restliche Koriandergrün untermengen. Den Reis oder die Vermicelli in die Suppe geben und langsam unter ständigem Rühren die Teduoira einrühren, bis der sich an der Oberfläche bildende Schaum verschwunden ist.
Die Harira mit Datteln und frischem Zitronensaft als Beigaben servieren.

Ich nehme allerdings immer Geflügelfleisch, da ich hier fast nie anderes Halal-Fleisch kriege. Und ich gebe mit den Linsen auch noch in kleine Würfel geschnittenes Gemüse dazu, einfach, was gerade da ist. Ach ja, und ein wenig scharfen portugiesischen Piripiri (Chili-Sauce) mach ich auch noch rein. Es schmeckt!


Übrigens, wen's interessiert: Unter dem Thema "Marokko" habe ich ein paar Eindrücke von jener Reise festgehalten.

Dienstag, 23. Juli 2013

14. Ramadan 1434 «ungefähr Halbzeit»

Ungefähr Halbzeit! Bei manchen ist ja heute der 15. Ramadan. VOLLMOND war hier  gestern Abend 19.15 Uhr GMT (Portugal hat englische Zeit). Müsste ja dann gestern schon Halbzeit gewesen sein. Andererseits, wenn Ramadan 30 Tage dauert, wäre Halbzeit bei denen, die am 10. Juli zu fasten anfingen (wie zum Beispiel die Muslime in Portugal, also auch ich), erst morgen. Wie dem auch sei, von meinem Balkon aus sah der Mond gestern kurz vor Morgengrauen so aus:

Originalaufnahme, kein Fotoshop!























Ich muss mir glaube ich doch mal eine Kamara mit einem besseren Zoom zulegen. Nicht auszudenken, wie diese Aufnahmen mit einer  guten Ausrüstung geworden wären...

Heute Morgen sieht er übrigens bei mir so aus, der Mond.

Ich wünsche allen Muslimen  eine schöne, erfolgreiche und gesegnete zweite Ramadan-Hälfte.