Donnerstag, 30. Mai 2013

Opferrolle

Im Umgang von Nichtmuslimen mit Muslimen fällt mir - sei es seitens der Politik, der Medien oder im ganz persönlichen Gespräch - eine ganz besondere Strategie auf: Wenn sich der Muslim bei all den Anschuldigungen, die ihm an den Kopf geworfen werden, als ob er persönliche (Mit)Schuld trüge an jedem Unrecht, das Muslime  anderen oder sich gegenseitig antun, wehrt, und den Gesprächspartner dabei ganz zu Recht auf das Unrecht hinweist, das Muslimen in aller Welt von Nichtmuslimen zugefügt wurde und wird und wie ungerecht sie kollektiv vorverurteilt werden, dann heißt es einfach: 

Ach, ihr Armen, seht ihr euch wieder in der Opferrolle....

Der ultimative Indieeckedränger! Auf den sich jede Antwort wie eine klägliche Rechtfertigung anhört. Den man deshalb, wenn man die Würde wahren will, eigentlich nur ignorieren kann. 



Montag, 27. Mai 2013

Unwort Islamkritik

In einem Forum brachte eine Glaubensschwester das Thema "Islamkritik" auf den Punkt, ich danke ihr, dass ich ihren Beitrag hier veröffentlichen darf:
"Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass die Wörter Christentumskritik, Judentumskritik, Buddhismuskritik, Hinduismuskritik, Zeugen-Jehovas-Kritik, Atheismuskritik etc. überhaupt nicht existieren? 

Samstag, 25. Mai 2013

Liebe ist.....


In einem Forum - keinem islamischen sondern einem länderspezifischen - fragte jemand, warum Muslime von ihren Partnerinnen erwarten  bzw. es gerne sehen würden, dass sie konvertieren, auch wenn dies keine Pflicht sei.

Ich antwortete, das sei eigentlich ganz einfach, "weil jeder, der mit Herz und Seele Muslim ist, dies dem geliebten Menschen auch gönnen möchte." Die Fragestellerin verstand noch nicht ganz und fragte nach: "Warum?". Eine Muslimin erklärte:

"Warum? Das ist doch völlig logisch. Nehmen wir mal an, du bist Vegetarierin, weil du felsenfest überzeugt bist, dass Fleisch schlecht für die Gesundheit ist. Wolltest du dann, dass dein Partner Fleisch isst? Oder du bist Nichtraucherin und er raucht - das könntest du dann bestenfalls tolerieren, aber doch nicht gut finden."

Jetzt verstand die Fragestellerin, sie meinte: "Das klingt logisch und erklärt, warum es für manche Muslime schwer zu verstehen ist, wieso man nicht konvertieren möchte."

Ich fand diesen kleinen Dialog sehr aufschlussreich.

Und da ich sowieso schon seit einiger Zeit einen Beitrag zum Thema Daʽwa*) ausbrüte, lasse ich dieses Gespräch jetzt gewissermaßen als Einleitung so stehen und nehme es zum Anlass, mich an die Arbeit zu machen.

Aber ich gehe nicht ohne einen "Liebe ist..." Spruch, der mir gerade eingefallen ist (ob er neu ist, weiß ich nicht):

Liebe ist, wenn du alles Gute, das dir widerfährt,
dem Geliebten weitergeben möchtest.


*) ganz rudimentär übersetzt "Ruf". Der Spruch oben nimmt eigentlich schon die Essenz der Daʽwa vorweg. Alles Weitere folgt im angekündigten Artikel. So Gott will.

Donnerstag, 23. Mai 2013

glaub doch, was du willst

Manchmal hört man, ein wenig herablassend bis genervt: "Glaub doch, was du willst, Hauptsache, es tut dir gut". Das "aber", das dann meist folgt, soll heute mal nicht Thema sein.

Sondern ich frage: Glaubt man, weil man es will? Glaubt man, weil es einem gut tut?

Konkret:
Glauben Gläubige an Gott, weil sie das so wollen, und wollen sie es, weil es ihnen gut tut?

Montag, 20. Mai 2013

innige Bedrohung

In verschiedenen schweizerischen Tageszeitungen wurde kürzlich auf einen Bericht des Bundesrates Bezug genommen:
Nach der Annahme des Minarett-Verbots hatten Parlamentarierinnen und Parlamentarier mehr Informationen zur muslimischen Bevölkerung verlangt. Diese liegen nun vor. Aus Sicht des Bundesrates zeigen sie, dass keine Massnahmen nötig sind.
Es könnte ja eigentlich eine gute Nachricht sein, dass (endlich) festgestellt wird, dass vom Islam resp. von den Muslimen in der Schweiz keine Gefahr ausgeht (welche Maßnahmen erfordern würde).

Sonntag, 19. Mai 2013

Freitag, 17. Mai 2013

Islaminfo - die Krux mit der deutschen Sprache


Die nachstehende Kritik will niemanden beleidigen und niemandes Arbeit herabwürdigen, im Gegenteil, sie möchte zu Verbesserungen anregen. Ich bitte die meist von Haus aus nicht deutschsprachigen BetreiberInnen, diesen Beitrag nicht als Vorwurf zu betrachten.

Montag, 13. Mai 2013

von Schweinen und Kühlschränken

Heute möchte ich (noch)mal versuchen, Nichtmuslimen zu erklären, warum so viele Muslime Gebote und Verbote aus einem Buch, das über 1400 Jahre alt ist, heute noch befolgen. Viele Menschen können das bei aller Toleranz für die Religion nicht nachvollziehen und sagen: "Solche Regelungen mögen vielleicht für jene Zeit vernünftig gewesen sein, für die damaligen Menschen. Aber doch nicht für die moderne Welt von heute!" Gerne führen sie das Schweinefleisch als Beispiel an, und verweisen auf die Kühlschränke und die modernen hygienischen Verarbeitungs- Transport- und Lagerungsmethoden. 


Samstag, 11. Mai 2013

KSA Nachschlag

Als Nachschlag hier noch zwei Collagen, fast mehr für mich selber und diejenigen, denen die eine oder andere Aufnahme etwas sagt. Sie fassen ein paar Erinnerungen zusammen, die in keinem der Beiträge über meinen Aufenthalt in Saudi Arabien erwähnt wurden. Da zweite Bild gibt übrigens einen kleinen Hinweis darauf, weshalb ich auf dem Rückweg so gegen 20 kg schwerer war.... ;).

Samstag, 4. Mai 2013

wer sucht der findet

Noch als ich schon Muslima war, schaute ich in meiner Arroganz auf Menschen, die sich suchend von Religion zu Religion bewegten, sich auch gerne mal in esoterischen Gefilden aufhielten, hinab, hielt sie für Blätter im Wind, etwas naiv, nicht ganz ernst zu nehmen.

Donnerstag, 2. Mai 2013

mehr Licht !

Kurz nachdem ich vor einigen Wochen - oder sind es schon Monate? - inspiriert von einer schönen Aufnahme an unserem Strand einen Poesieversuch (Lichtwasser) zum Thema Licht gemacht hatte, bin ich  auf dieses  Bittgebet gestoßen. Wahrscheinlich kennen es die meisten Muslim/Innen schon, ich poste es trotzdem, als Erinnerung. Und ich bin fast sicher, dass es auch Nichtmuslimen gefällt, vielleicht sogar ganz unreligiösen. Einfach, weil es so schön ist: