Mittwoch, 31. Juli 2013

22. Ramadan 1434 «Jacaranda»

Nahaufnahme
Der Nick einer Leserin, die zum Beitrag «Durchhänger» einen Kommentar gepostet hat, erinnerte mich an ein paar Fotos, die ich vorletzten Frühling in Lissabon geknipst habe. Ich meinte deshalb:

"Gerade überlege ich mir, wie ich meine schönen Jacaranda-Bilder mit einem Ramadan-Artikel verknüpfen könnte... ;) Hast du eine Idee?"

Worauf sie u. a. antwortete:

"Vielleicht fällt mir doch ein Bezug zu Ramadan ein: Etwas sehr Schönes, unverhofftes, noch nie gesehenes ... und sowieso: ein wunderbarer Teil der Schöpfung - und sie blühen nur zwei Wochen im Jahr. Sie geben alles in diesen zwei Wochen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. - Also her mit den Bildern ;). Alles Liebe, Jacaranda"

Den ganzen Kommentator inkl. wie Jacaranda zu ihrem Nick kam und was das mit meiner Wohngegend zu tun hat, kann »HIER« nachgelesen werden.

Und hier also die versprochenen Fotos, allerdings wie gesagt aus Lissabon, nicht aus meinem Städtchen, wo es natürlich auch Jacarandas gibt; aber so viele wie in Lissabon habe ich noch nie an einem Ort gesehen:

Frühmorgens im Bairro Alto
An einem trüben Nachmittag in einem Park beim Marquês de Pombal
Und im Abendlicht in der Alfama









































































































Und jetzt lasst uns alles geben, um in den restlichen Ramadan-Tagen unsere Aufgabe zu erfüllen - es bleibt nur noch eine gute Woche! 

Übrigens - Jacaranda - wenn du wieder einmal die Algarve besuchst, bitte melde dich bei mir! (Benutz das Kontakt-Formular.)


Wer es noch nicht gemerkt hat: Die Kommentarfunktion ist wieder voll aktiviert, man kann wieder kommentieren, ohne irgendwo registriert sein zu müssen. Ich denke nicht, dass der "Wichtel" oder besser "Gnom" hier mitliest (wär ja sehr merkwürdig wenn er ja den Islam derart hasst) - inschaAllah bin ich ihn los ;).

Dienstag, 30. Juli 2013

21. Ramadan 1434 «unchristliche Herrgottsfrühe»

In der Tat, wir stehen schon seehr früh auf im Ramadan. Fajr, der Zeitpunkt, ab welchem gefastet wird, ist jetzt hierzulande um ca. 04.50 Uhr. Da ist es um 4.00 allerhöchste Zeit, aufzustehen, wenn man noch in Ruhe das Suhur-Frühstück zubereiten und zu sich nehmen will. 


Anas Ibn Malik y  berichtete, dass der Prophet, Allahs  sagte: „Nehmet (im Ramadan) eine Mahlzeit vor der Morgendämmerung ein denn diese ist eine segensvolle Mahlzeit.“ [Sahih Al-Bucharyy Nr. 1923]

In Deutschland findet das Ganze je nach Standort noch eine gute Stunde oder mehr früher statt. Und jetzt, während der letzten 10 Nächte des Ramadan, kommen wir vor Suhur oft gar nicht zum Schlafen. 

Bei so einer "unchristlichen Uhrzeit" kommt einem schnell der Ausdruck "in aller Herrgottsfrühe" in den Sinn. Ich wollte wissen, woher diese Begriffe kommen.

Die Suche war nicht ergiebig, nicht einmal das sonst so ausführliche "Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm" geht auf die Herkunft dieser Redewendungen ein. Immerhin hat mir Scheich Google dann doch noch ein paar Vorschläge gemacht, ohne Gewähr, allerdings.

Bei der "Herrgottsfrühe" handele es sich vielleicht um einen Hinweis auf das Läuten der Glocke zur Frühmesse, las ich. Oder es könnte sich auf Gott als den Geber und Herrn der Zeit beziehen.

Die "unchristliche Uhrzeit" wiederum könnte, so wird spekuliert, vom Gebetsruf des Muezzins her kommen, der noch vor den christlichen Glocken ertöne. Stimmt aber nicht - es gab natürlich schon früher Kirchenglocken, die jede Viertelstunde anzeigen und besagte Frühmessen, die nicht nach dem Athan sondern davor stattfanden, deshalb ist der islamische Bezug äußerst unwahrscheinlich.

Wie dem auch sei, wenn man so früh auf ist, wenn es noch dunkel ist und ganz still, wenn noch nicht einmal die Vögel zwitschern und der erste Hahnschrei auf sich warten lässt, dann scheint es, als hätte man die Welt für sich allein und man fühlt sich in aller Herrgottsfrühe seinem Herrn und Gott, Allah, dem Geber und Herrn der Zeit (und alles anderen) näher denn je.

Nach Suhur und dem Fajr-Gebet und etwas Koran-Lektüre geht es dann inschaAllah um Shuruk herum (Sonnenaufgang), bei ein wenig ganz speziellem Früh-Gesang  vor meinem Schlafzimmerfenster, noch ein Stündchen oder zwei schlafen. Darf ich vorstellen: Mein Gartenteichfrosch:




Und jetzt schlaft alle gut!


Das losgelöste Adjektiv "unchristlich" wird übrigens bei den Gebrüdern Grimm sehr eingehend behandelt. Wen's interessiert: http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GU05756

Montag, 29. Juli 2013

20. Ramadan 1434 «die letzten 10 Nächte»



Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Schon sind  die letzten 10 Ramadan-Nächte angebrochen. Nach den meisten Gelehrten soll eine davon Laylat-ul-Qadr sein, die Nacht der Bestimmung, der im Koran eine eigene Sure gewidmet ist. Wahrscheinlich ist es eine der ungeraden Nächte, manche geben den 27. als gesichert an. Es erübrigt sich, zu spekulieren, insbesondere, da ja auch nicht alle am gleichen Tag mit Fasten begannen. 

Aber ich wünsche allen Muslimen, dass Allah r uns ermöglichen möge, den Frieden und den Segen dieser ganz besonderen Nacht wach und wachsam und achtsam erleben zu dürfen.



Für Nichtmuslime: mit "ihn" (wir haben "ihn" ja in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt) ist der Koran gemeint.


Sonntag, 28. Juli 2013

19. Ramadan 1434 «tiiwiifrii ;) - es fehlt nichts!»

Für diesen Ramadan habe ich mir eine fernseh-freie Zeit verordnet. Auch das ist Fasten: Verzicht auf  unnötige Zerstreuung, auf Ablenkung von dem Wesentlichen. 

Eigentlich hatte ich mir eine Nachrichtensendung pro Tag erlaubt. Ich schaue auch sonst nicht allzu viel fern, aber ohne eine tägliche Nachrichtensendung, glaubte ich, kann man nicht auskommen, wenn man einigermaßen auf dem Laufenden sein will, was in der Welt geschieht.

Aber in Wirklichkeit habe ich den Apparat bisher noch nicht ein einziges Mal eingeschaltet!

Dass mir selbst die Nachrichten so gar nicht fehlen würden, hätte ich nie gedacht. Mir fehlt nichts, absolut nichts. Im Gegenteil - mir geht es wunderbar ohne die täglichen bebilderten Meldungen über Kriegsdetails und Katastrophen, über Angelas und Angelinas, über Plagiatoren, Betrüger und Sparpolitik, über royal Babies und Fussballtransfers, über Krisen und Troikas und Arbeitslose und Sommerlöcher, und noch viel weniger fehlen mir die entsprechenden Kommentare von ach so weisen Experten und Sachverständigen zu all diesen Themen. Und am allerwenigsten fehlt mir das Werweißen*) was wohl wahr und was erfunden und was gelogen und was verfälscht und wie es wohl in Wirklichkeit sei. 

Die tatsächlich wichtigen Infos kriege ich auch im Internet, hier kann ich außerdem gezielt auswählen, wo ich mir wann wieviele von wem hole und welche davon ich zu Ende lese, und ich muss mir nicht jede Belanglosigkeit antun. (Jaja, auch hier kommt man selbstverständlich nicht ums Werweißen herum ;), in dieser Beziehung haben die Internet-Informationen denen aus dem Fernsehen nicht viel voraus, außer dass man eben von vorneherein vertauenswürdiger erscheinende Quellen auswählt).

Auf jeden Fall genieße ich die zusätzliche Zeit und innere und äußere Ruhe - sie passen zur Ramadanstimmung, und ich kann euch versichern: langweilig wird mir nicht!


Gerade fällt mir ein, ich hatte kürzlich schon einmal eine praktisch fernsehfreie Zeit, in einem fernen (aber dem Herzen ganz nahen) Land. Aber da war ich mit so viel anderem beschäftigt, dass mir das nicht einmal richtig bewusst wurde... ;)


 *) Werweißen: ich dachte eigentlich, der Ausdruck wär schweizerisch, ist er aber nicht. Falls ihn  jemand trotzdem nicht kennt: Er bedeutet soviel wie hin und her überlegen, herumrätseln)



PS: Zum Thema Informationsflut habe ich schon mal meine Meinung kundgetan: »verstörend«. (Nein nein, nicht als "ach so weise Expertin oder Sachverständige", nur als ganz gewöhnliche denkende Info-Konsumentin.)

Samstag, 27. Juli 2013

18. Ramadan 1434 «Durchhänger»


Gewisse Umstände haben dazu geführt, dass ich diesen Ramadan nicht nur allein faste, sondern auch größtenteils allein bin. Das ist im Grunde vorteilhaft, denn so ich kann mich in meiner freien Zeit soviel ich will der Religion widmen. Auch fühlt man sich in dieser besonderen Zeit unter Menschen, die nichts mit Islam und Fasten und Ramadan am Hut haben und das Ganze eher lächerlich finden zuweilen einsamer als ganz allein.

Nichts desto trotz - auch dieses Jahr habe ich ab und zu einen kleinen Durchhänger. Hadere mit der Einsamkeit: Ich faste alleine. Ich bete alleine. Ich lese Koran - alleine. Ich stehe ganz alleine in der dunklen Frühe auf. Ich koche alleine und ich breche das Fasten alleine. Sollte ich mal in die Moschee gehen, natürlich alleine, werde ich auch dort, zumindest sprachlich, allein sein. Und natürlich schreib ich alleine und.......

........ und dann denke ich: Chair inschaAllah! 

"Sag: Meine Genüge ist Allah. Auf Ihn verlassen sich diejenigen, die sich (überhaupt auf jemanden) verlassen." (Az-Zumar: 38) 

Es ist mein Ramadan, so wie ER ihn für mich vorgesehen hat. Ich sollte froh sein, dass ich mich frei und entspannt den zusätzlichen Gottesdiensten widmen kann. Und ich muss dankbar sein, auch und gerade für diese Momente der Traurigkeit die, wenn ich geduldig bleibe, mich näher zu Ihm bringen können. So Er will.

Denn: (zum wiederholten Male einer meiner liebsten Ahadith)

Allahs Gesandter   hat gesagt: „Die Sache des Gläubigen ist wunderbar. Alle seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und dies ist bei niemandem so außer dem Gläubigen. Wenn ihm etwas Schlechtes widerfährt, ist er geduldig, und dadurch wird es gut für ihn, und wenn ihm Gutes widerfährt, ist er dankbar, und dadurch wird es gut für ihn.“ (Suhaib; Muslim)

Ganz abgesehen davon: Wieviele Menschen auf dieser Welt sind allein! Und wieviele Menschen haben viel größere Probleme und wären gern allein, wenn sie dafür z. B. genug zu Essen oder Gesundheit oder einfach nur Frieden hätten...

Und überhaupt, ich hab ja euch :)!

Übrigens - die Kommentarfunktion ist wieder voll aktiviert, man kann wieder kommentieren, ohne irgendwo registriert sein zu müssen. Ich denke nicht, dass der "Wichtel" oder besser "Gnom" hier mitliest und darauf gewartet hat - inschaAllah bin ich ihn los ;).

Freitag, 26. Juli 2013

17. Ramadan 1434 «Alles Banane»

Was Bananen mit dem Ramadan zu tun haben? Nun ja - ich weiß zwar nicht, ob das ein allgemein verbreitetes Problem ist oder eher ein altersbedingtes oder einfach ein persönliches, aber bei mir  gibt es vor allem Nachts eine unangenehme Nebenerscheinung des Fastens: Waden- und Schienbein (!)-Krämpfe. Und dagegen hilft nichts besser als täglich respektive nächtlich eine oder zwei Bananen

Wie es der Zufall so will - gerade jetzt schlüpfen aus einer vor 2 Jahren gepflanzten Bananenpalme in unserem Garten ERSTMALS junge Banänelchen. Natürlich nützen die mir jetzt nicht als Magnesiumzuschuss in diesem Ramadan, aber die Freude ist groß - Allahu Akbar. Sind doch süß, die Kleinen, oder etwa nicht?





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Donnerstag, 25. Juli 2013

16. Ramadan 1434 « helfen»

Eine schöne Übersicht über die Vorzüge des Fastens:



Führt u.a. zu: Mitgefühl, Großzügigkeit, Barmherzigkeit, sozialem Engagement....

Spenden kann man natürlich das ganze Jahr. Aber im Ramadan sind wir ganz besonders dazu aufgerufen. Zum Beispiel bei "muslimehelfen"




Mittwoch, 24. Juli 2013

15. Ramadan 1434 «Harira. Und: Keine Ahnung.»

Zum ersten Mal aß ich diese Suppe in Marokko, genauer gesagt in Marrakesch, auf der "Place Djeema el Fna". Ich hielt mich im Juni 2011 eine Woche in dieser Märchenstadt auf, alleine, und pflegte auf dem berühmten Platz in einem der täglich neu aufgebauten "Freiluft-Restaurants" etwas zu Abend zu essen. 

Diesmal setzte ich mich an einen Suppenstand. Es gab Suppe mit Datteln. Ich hatte keine Ahnung, dass es sich dabei um das marokkanische Gericht zum Fastenbrechen handelte. Es war ja auch nicht Ramadan und ich hatte ebenso keine Ahnung, dass man auch gerne einfach so, freiwillig, fasten kann/soll/darf(!) - z. B. Montags und/oder Donnerstags. Oder an den drei Weißen (die Vollmond-Tage jeden Monats). 

Von meiner Unwissenheit wiederum hatte das freundliche junge Pärchen aus Nordmarokko, das sich zu mir setzte, natürlich keine Ahnung, bestimmt ging es davon aus, dass ich zum Iftar dort saß. Wir hatten eine nette Unterhaltung und am Schluss bestanden die beiden unbedingt darauf, mir mein Essen zu bezahlen. Ich hatte noch keine Ahnung von islamischen Gepflogenheiten und fand das ganz und gar unglaublich, dass jemand einfach so einen wildfremden Menschen zum Essen einlädt... 

Seit ich nun etwas mehr Ahnung habe (genauer gesagt seit kurz nach jenem Urlaub), koche ich mir zu Ramadan einen großen Topf Harira-Suppe und friere sie dann in Portionen ein. Die ist so nahrhaft und sättigend, dass sie mit einem anschließenden knackigen Salat und einem Stück  Obst völlig als Mahlzeit ausreicht.

Es gibt viele verschiedene Rezepte für diese Suppe. Meins geht so:

Harira-Zutaten: Für 8 Personen
Vorbereitung: ca. 30 Minuten
Danach ein Nüsslisalat mit Ei (zu Deutsch: Feldsalat)
Garzeit:  ca. 1 h 30 Min

1 große Zwiebel, fein gehackt
100 g Linsen, kurz blanchiert
100 g getrocknete Kichererbsen,
      über Nacht eingeweicht und abgetropft
½ Bund Petersilie
½ Bund Koriandergrün
Öl
500g Geflügelklein oder Suppenfleisch von Rind, in kleinen Würfeln
2 Zimtstangen
½ Teelöffel gemahlener Ingwer
1 Prise Safran (falls verfügbar)
1 Esslöffel Salz
1 Teelöffel gemahlener Pfeffer
100 g Reis oder Vermicelli
4 Fleischtomaten klein gewürfelt oder 1 Esslöffel Tomatenmark
4 Esslöffel Mehl

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und hacken. Die Kichererbsen abtropfen lassen, die Petersilie und das Koriandergrün waschen und hacken.
In einer Kasserolle das Öl erhitzen und die Zwiebeln und das Fleisch anschwitzen. Die Gewürze zugeben, mit 1 Liter Wasser auffüllen, die Petersilie, 2/3 des Koriandergrüns und die Kichererbsen hinzufügen und 1 Stunde garen. Anschließend die Linsen und das in kleine Würfel geschnittene Gemüse unterrühren.
Inzwischen die Teduoira zubereiten, die zum Binden der Suppe dient: das Mehl in 1 Liter kaltem Wasser auflösen; das Tomatenmark und das restliche Koriandergrün untermengen. Den Reis oder die Vermicelli in die Suppe geben und langsam unter ständigem Rühren die Teduoira einrühren, bis der sich an der Oberfläche bildende Schaum verschwunden ist.
Die Harira mit Datteln und frischem Zitronensaft als Beigaben servieren.

Ich nehme allerdings immer Geflügelfleisch, da ich hier fast nie anderes Halal-Fleisch kriege. Und ich gebe mit den Linsen auch noch in kleine Würfel geschnittenes Gemüse dazu, einfach, was gerade da ist. Ach ja, und ein wenig scharfen portugiesischen Piripiri (Chili-Sauce) mach ich auch noch rein. Es schmeckt!


Übrigens, wen's interessiert: Unter dem Thema "Marokko" habe ich ein paar Eindrücke von jener Reise festgehalten.

Dienstag, 23. Juli 2013

14. Ramadan 1434 «ungefähr Halbzeit»

Ungefähr Halbzeit! Bei manchen ist ja heute der 15. Ramadan. VOLLMOND war hier  gestern Abend 19.15 Uhr GMT (Portugal hat englische Zeit). Müsste ja dann gestern schon Halbzeit gewesen sein. Andererseits, wenn Ramadan 30 Tage dauert, wäre Halbzeit bei denen, die am 10. Juli zu fasten anfingen (wie zum Beispiel die Muslime in Portugal, also auch ich), erst morgen. Wie dem auch sei, von meinem Balkon aus sah der Mond gestern kurz vor Morgengrauen so aus:

Originalaufnahme, kein Fotoshop!























Ich muss mir glaube ich doch mal eine Kamara mit einem besseren Zoom zulegen. Nicht auszudenken, wie diese Aufnahmen mit einer  guten Ausrüstung geworden wären...

Heute Morgen sieht er übrigens bei mir so aus, der Mond.

Ich wünsche allen Muslimen  eine schöne, erfolgreiche und gesegnete zweite Ramadan-Hälfte. 

Montag, 22. Juli 2013

Ramadan «Ja watt denn nu? Engel!»

Mein Wolkenengel :)
Gerade im Ramadan werden Muslime noch mehr als sonst mit Kritik überflutet. Statt dass sie in Ruhe fasten können, kriegen sie von überall her Ratschläge und Vorhaltungen über Gefährlichkeit und Unsinnigkeit ihrer Fasterei. Und wie immer, wenn es um Muslime oder den Islam geht, wird von liebevoll besorgt über "wissenschaftlich-sachlich" bis oberlehrerhaft bevormundend und nicht selten auch auf beleidigende und verletzende Art argumentiert respektive belehrt und gelästert.

(Gehen eigentlich Muslime hin und halten Nichtmuslimen ständig vor, wie schädlich der Alkoholkonsum sein kann? Oder Schweinefleisch? Und suggerieren ihnen, wie einfältig und ignorant sie seien, solches zu konsumieren? Möglicherweise als Antwort auf obenerwähnte Verbalangriffe, mag sein - aber sonst? Ungefragt? Also ich weiß nicht..)

Versucht man dann, auf jene wie auch immer gearteten Vorhaltungen sachlich zu antworten und die Dinge aus islamischer Sicht zu erklären, werden Argumente gerne als blinder Gehorsam oder gar Blödheit abgetan oder als Missionieren ausgelegt. Verteidigt man sich gegen solch offensive Unterstellungen, heißt es, man verkrieche sich in der Opferrolle. Rechtfertigt man sich, spielt man beleidigte Leberwurst. Die Aufforderung, einfach mal, um zu sehen, wie es ist, einen Tag lang auf islamische Weise zu fasten, wird als Geschmacklosigkeit bezeichnet. Wird man etwas lauter... aber nein, das wollten wir ja vermeiden, im Ramadan noch mehr als sonst :). Ja watt denn nu?!

Die Antwort hat mir ein ganz junger Leser geschickt, ein Hadith, der eigentlich als Trost und Strategie zu "meinem" Hasskommentator gedacht war, aber er passt immer, wenn man versucht, uns auf herablassende und beleidigende Art zu belehren:

Einst saß der Prophet (s.a.s.)  mit seinen Gefährten, und eine Person benutzte beleidigende Worte gegen Abu Bakr (r.), die ihm Kummer machten. Aber Abu Bakr blieb still. Die Person benutzte erneut bittere Worte gegen Abu Bakr und Abu Bakr antwortete immer noch nicht. Das dritte Mal, als die unwissende Person mit ihrer Zunge Abu Bakr verletzte, versuchte Abu Bakr sich zu wehren.

An diesem Punkt stand der Prophet (s.a.s.) auf. Abu Bakr (r.) fragte ihn: „Bist du unzufrieden mit mir, O Gesandter Allahs?“ Der Prophet (s.a.s.), antwortete: „Nein, aber (als du still bliebst) kam ein Engel vom Himmel hinab, der das Gerede dieses Mannes beantwortete. Aber in dem Moment, als du begannst, dem Mann zu antworten, ging der Engel fort und der Teufel setzte sich hin. Und ich kann nicht dort sitzen, wo der Teufel sitzt.“ [Abu Dawud]


Lassen wir also die Engel für uns antworten (-:


PS: Das gilt natürlich nicht, wenn Menschen - und die gibt es Gott sei Dank auch - nachfragen, was es denn nun mit dem Ramadan (oder anderen islamischen Gottesdiensten und Gepflogenheiten) auf sich hat, und die offen und ohne Vorbehalte und Vorurteile der Antwort zuhören. Die dürfen selbstverständlich sehr gerne auch ihre - andere - Meinung dazu äußern.

Sonntag, 21. Juli 2013

12. Ramadan 1434 «Laferpause»


Ich mach mal eine Pause und unterhalte euch unterdessen mit einem Sketch. Er ist schon etwas älter, von 2011, aber er ist auch auch ein zweites Mal lustig. Selber habe ich ihn erst vor ein paar Tagen entdeckt. Leider kann man ihn nicht einbetten, ihr müsst also schon auf den Link klicken, um euch den eineinhalb minütigen Sketch des SWF anzuhören. Guten Appetit!


»Lafer kocht fast'n Gericht - Ramadan«


Übrigens:



 DUDEN: lafern
  Wortart: schwaches Verb
  Gebrauch: schweizerisch umgangssprachlich
  Rechtschreibung  lafern
  Bedeutung: labern
  Synonyme zu lafern: daherreden, plappern, quatschen, reden, schnattern, sprechen


Na passt doch. Sowohl auf den lafernden Koch Lafer wie auch auf meine Wenigkeit ;). Oder - nein, doch nicht. Schreiben ist ja nicht dabei.... Und zum Belafern hab ich ja hier niemanden.


Ach ja - und diese Herausforderung hier gilt natürlich immer noch. Bisher haben sich mickrige zwei Leser/Innen dazu bereit erklärt, das Experiment zu wagen.. Es geht übrigens nicht um Mitfasten aus Solidarität, sondern wirklich nur darum, mal an einem einzigen Tag zu sehen, wie es so ist.

Machst du mit und fastest einen Tag auf islamische Art?

Näheres  im  Artikel vom 9. Ramadan »Mit-Fühlen«

Samstag, 20. Juli 2013

11. Ramadan 1434 «Doppelter Lohn»

"Monat des Qur'an", wird Ramadan auch genannt. Da ist es erwünscht, vermehrt in Allahs Buch zu lesen. Wenn immer möglich, im arabischen Original. Wer kann, sollte den Koran im Ramadan mindestens einmal ganz durchlesen - viele tun es mehrmals.

Nun geht es natürlich nicht darum, möglichst viele Wörter zu lesen, sondern man sollte schon auch, so weit man dazu in der Lage ist, verstehen, was man liest, und darüber nachdenken. Wenn man wie ich nicht so viel Arabisch kann, braucht man deshalb eine Übersetzung daneben. Und wenn man wie ich so große Probleme mit dem Lesen der arabischen Buchstaben hat, dann dauert es ganz schön lange, bis man eine Seite gelesen und das, was man davon verstanden hat, mit der Übersetzung abgeglichen und verinnerlicht hat.

Ein wenig Fortschritte habe ich ja schon gemacht, alhamdulillah, wenn mir auch manchmal scheint, sie seien kaum spürbar. Trotzdem hatte ich mir für diesen Ramadan vorgenommen, erstmals zumindest zu versuchen, den ganzen Qur'an zu lesen. Zu versuchen, ohne Druck.

Ich weiß noch nicht, ob ich es schaffen werde. InschaAllah. Bisher bin ich dabei, aber es ist ganz schön anstrengend und zeitaufwendig, und sollten irgendwelche unvorhergesehene Ereignisse dazwischen kommen, wird es schwierig.

Dummerweise habe ich gestern den Fehler gemacht, mir eine Tonaufnahme von mir selber zuzumuten. Natürlich merke ich beim Lesen, dass ich stottere und stolpere, Pünktchen und Vokalzeichen vertausche und  Buchstaben verwechsle, und dass ich viele Fehler mache. Aber dass es sich sooo schlimm anhört, hätte ich nun doch nicht gedacht. Schon ein wenig deprimierend und eigentlich demotivierend - wo ich doch jetzt schon so lange übe, und in letzter Zeit wirklich sehr intensiv, und mit »High-Tech-Hilfe«. Am Material liegt es definitiv nicht...

Da sind folgende überlieferte Aussagen des Propheten r reiner Balsam auf die Seele:

“Jemand, der versucht, den Quran zu lesen, obwohl es ihm schwer fällt,
 für den gibt es den doppelten Lohn.” (Bukhari, Muslim)

“Für jeden gelesenen Buchstaben aus dem Buch ALLAHs gibt es eine Belohnung. 
Eine gute Tat wird mit dem zehnfachen belohnt. 
Ich sage nicht, dass Alif, Lam, Mim zusammen einen Buchstaben ergeben. 
Alif ist ein Buchstabe, Lam ist ein Buchstabe und Mim ist ein Buchstabe.” (Tirmidhi)

In diesem Sinne wünsche ich mir und allen, die meine Schwierigkeiten mit der Lektüre des Qur'an teilen und auch denjenigen, die erst ganz am Anfang stehen besonders viel Durchhaltewillen und Geduld und Gottes Hilfe!


PS: Liebe nichtmuslimische LeserInnen, ich weiß, das hört sich für manche von euch komisch an, das mit den Belohnungen, und dass Koranlesen eine gute Tat sein soll. Tat es für mich auch. Dass es das nicht mehr tut, ist ein Ergebnis intensiver Beschäftigung mit der Religion und nicht auf die Schnelle erklärbar. Dafür kann man »HIER« nachlesen, warum es so wichtig wäre, den arabischen Koran zu lesen und nicht (nur) eine Übersetzung.

Freitag, 19. Juli 2013

10. Ramadan 1434 «Trocken»

Wie in aller Welt, fragte ich mich, bringe ich diesen Artikel mit dem Ramadan in Verbindung, damit ich während dieses Monats meinem Thema treu bleibe? 

Ich habe nämlich kürzlich auf meinem gewohnten Küstenspaziergang ein paar Fotos geschossen, die ich euch gerne zeigen möchte. Dort, wo ich im Frühling jeweils so viele schöne Blumen fotografiere. Jetzt sieht es da ziemlich anders aus. So trocken wie unsere Ramadankehlen :). Das soll reichen als Zusammenhang, ich verzichte jetzt auf langes Philosophieren über Zyklen in Natur und Gottesdienst und hoffe, euch mit den Aufnahmen einfach ein wenig Freude zu machen.

Auf den ersten Blick erscheint außer den immergrünen Büschen alles eintönig gelb. Aber schaut doch mal etwas näher hin! Mitnichten eintönig!











 und dann, unvermutet, sowas:

Dieses wunderschöne zarte Kleinod habe ich dieses Jahr zum ersten Mal entdeckt, aus knochentrockenem Boden wachsend:.

Nächstes Frühjahr wird, so Gott will, wieder wird alles üppig grünen und blühen.

........Und du siehst die Erde regungslos, doch wenn Wir Wasser auf sie herabkommen lassen, regt sie sich, schwillt und lässt von jeder entzückenden (Pflanzen)art wachsen. (Al-Haddsch: 5)

Siehst du nicht, daß Allah vom Himmel Wasser herabkommen und es dann als Quellen die Erde durchziehen läßt? Hierauf bringt Er damit Pflanzen von unterschiedlichen Arten hervor. Hierauf läßt Er sie austrocknen, und da siehst du sie gelb werden. Hierauf macht Er sie zu zermalmtem Zeug. Darin ist wahrlich eine Ermahnung für diejenigen, die Verstand besitzen. (Az-Zumar: 21)

Donnerstag, 18. Juli 2013

9. Ramadan 1434 «Mit-Fühlen»

Dankbarkeit, Mitgefühl und der daraus entstehende Wunsch, anderen zu helfen sind weitere Aspekte des islamischen Fastens. Erst erlebt man gegen Ende eines Fastentages ganz körperlich am eigenen Leibe ein intensives Mit-Fühlen (Mit-Leiden wäre zuviel gesagt, nach einem Tag Enthaltsamkeit "leidet" man noch lange nicht), Mitgefühl mit jenen, die nicht essen, weil sie nichts zu essen haben.  
Und dann, wenn der erste Schluck klaren, kühlen Wassers den ausgetrockneten Mund befeuchtet hat und man ihm nachspürt, wie er ganz langsam die Kehle hinunter in den Magen rinnt, dann empfindet man unwillkürlich demütige Dankbarkeit dafür, dass man selber all das hat, was so viele Menschen auf dieser Welt entbehren. Es ist deshalb nicht nur die islamische Pflicht, sondern eine durch religiöse Praktiken bewusst geförderte Geisteshaltung, die einen gläubigen Muslim dazu veranlassen (sollen), wann immer er kann, und besonders im Ramadan,  zu spenden. 

Vor zwei Jahren habe ich in diesem Blog eine Aufforderung an Nichtmuslime gerichtet. Ich würde sie heute gerne wiederholen - diesmal als Herausforderung. (Keine Angst, es geht nicht ums Spenden):

«Ich möchte  jedem Nicht-Muslim wärmstens ans Herz legen, nur mal einen einzigen Tag lang so zu fasten, wie wir das im Ramadan tun, nämlich zwischen dem Auftauchen des ersten Silberstreifen am Horizont  und Sonnenuntergang gar nichts zu essen und zu trinken.

Bildunterschrift hinzufügen
Um dadurch zu erfahren, wie es ist, wenn man zu dem Punkt gelangt, wo man meint, "richtig" Hunger oder Durst zu haben, und es fast nicht mehr auszuhalten - und man sich gleichzeitig für diese Schwäche schämt, weil unwillkürlich ein ungeheures Mitgefühl aufkommt für all die Menschen, die nicht fasten, weil Ramadan ist, sondern weil sie nichts zu essen oder zu trinken haben

Ich meine es ernst, versucht es! Einfach so! Ihr braucht ja nicht nach den genauen Zeiten zu gehen, etwa so von 04.00 bis 21.00 Uhr solltet ihr aber schon durchhalten (in Wirklichkeit dauert es länger). Vergesst nicht, vorher noch etwas zu frühstücken und genug Wasser zu trinken! Und wenn die Zeit um ist, stürzt euch nicht sofort auf euer wohlverdientes Abendessen, sondern brecht das Fasten mit einem Glas Wasser, das ihr ganz bewusst trinkt, und mit ein paar Datteln oder mit einem Stück Obst» Wenn das Millionen von Muslimen schaffen, werdet ihr das doch auch einen Tag lang fertig bringen. Ich versichere euch, keine  Diät und kein Heilfasten lösen ähnliche Gefühle aus, denn erstens isst und/oder trinkt man da stets etwas und kommt gar nicht dazu, richtig Hunger oder Durst zu verspüren. Und zweitens ist man dabei nur mit sich selber beschäftigt, mit seinem Durchhaltewillen, seiner Gesundheit, seinem Gewicht, seinem Aussehen  und mit dem, was (nicht) gegessen und gekocht werden darf...


Machst du mit und fastest einen Tag auf islamische Art?
Und noch etwas: Freut euch auf das allerbeste Glas Wasser eures Lebens. Paradieswein ;)

(PS: sollten tatsächlich ein paar Nicht-Muslime das Experiment mitmachen, gibt es gelegentlich eine Umfrage betreffend ihre Erfahrungen)

Mittwoch, 17. Juli 2013

8. Ramadan 1434 «Finanzwelt mag Ramadan»

Ungeahnte Auswirkungen des Fastens:

Finanzwelt: Ramadan macht optimistisch
Zum Start des islamischen Fastenmonats ist die Aktienrendite in muslimisch geprägten Ländern höher als während des restlichen Jahres.
"Der Ramadan als religiöser Monat berührt beinah jeden Lebensaspekt von Muslimen"........"Die Börsendaten aus 14 muslimisch geprägten Ländern, gesammelt über fast 20 Jahre, zeigen deutlich: Der Beginn des Ramadan stimmt die Investoren offenbar zuversichtlich." 

Dies war ein Auszug aus einem Bericht vom 4. August 2010 in:

Ein Klick führt zum vollständigen Artikel
Na ja. Kein Heilmittel ohne Nebenwirkungen. The business must go on.


لا حول ولاقوة إلا باللهلا حول ولاقوة إلا باللهلا حول ولاقوة إلا باللهلا حول ولاقوة إلا باللهلا حول ولاقوة إلا باللهلا حول ولاقوة إلا بالله

Dienstag, 16. Juli 2013

Ramadan. «Lampenfieber»


Eine Freundin, eine muslimische, fragte mich: freust du dich auch so auf Ramadan?

Ja! Natürlich!

Schwer zu glauben für jemanden, der das nie am eigenen Leib erfahren hat. "Wie kann man sich auf so eine Tortur freuen?" hätte ich wahrscheinlich selbst noch vor wenigen Jahren gefragt. Nein, diese Vorfreude kann man wirklich nicht mit Worten transportieren. Vor allem, wenn wie bei mir der "soziale Teil", nämlich das gemeinsame Fastenbrechen, das Zusammensein, die Besuche, die Leckereien von Verwandten, Bekannten und Nachbarn wegfallen. Also müsst ihr es mir einfach glauben: Ich freue mich wirklich auf Ramadan, wie Millionen Muslime in aller Welt. 

Aber da ist noch etwas anderes. Da sind auch Ängste, Bedenken, Selbstzweifel. Je näher der Monat kommt, desto mehr. Werde ich es schaffen? Das Fasten? Die zusätzlichen Gebete? Den Schlafentzug? Was ich mir sonst noch so vorgenommen habe? Und werde ich, wie es die Religion verlangt - auch das gehört zum Ramadan -, trotz der langen Fastenzeiten auch noch ganz besonders geduldig und freundlich bleiben können?

Wer schon mal auf einer Bühne gestanden hat, weiß, wie man sich kurz vor der Vorstellung fühlt: Du fieberst deinem Auftritt voller Vorfreude entgegen - und gleichzeitig schlottern dir die Knie, und du hast schweißnasse Hände und fürchtest, zu versagen.

Ja, das nennt sich LAMPENFIEBER.

Und dann geht der Vorhang auf und du stehst mitten auf der Bühne "Ramadan". Es gibt Einen Einzigen Zuschauer. Und du machst deine Sache, so gut du eben kannst. Perfekt ist anders. Ganz anders. Aber dein Zuschauer ist allbarmherzig, vergebend. Alhamdulillah.

Montag, 15. Juli 2013

Ramadan: «Der DreiDrittelMagen»

Leider ist Ramadan zuweilen nicht nur ein Monat des Fastens sondern artet, so paradox es klingen mag,  manchmal in Völlerei aus. Weil manche am Abend und in der Nacht doppelt "nachholen", was sie tagsüber verpasst haben. Aber das ist nun wirklich nicht der Sinn der Sache. 

Denn im Grunde sollte der Muslim nicht nur im Ramadan maßvoll essen. Das beweist diese Überlieferung:



Abu Karima al-Miqdam ibn Ma'd Yakarib (r) berichtet, dass er den Propheten (s) folgendes sagen hörte: "Der Mensch füllt kein schlimmeres Gefäß als den eigenen Magen. Dem Sohn Adams genügen einige (wenige) Bissen, um ihn am Leben zu erhalten. Doch wenn es unbedingt sein soll, dann sollte er ein Drittel (des Magens) für das Essen, ein Drittel für das Trinken und ein Drittel (leer lassen und) für leichtes Atmen (zur Verfügung stellen)." (Tirmidhi, Riyad us-Salihin)

Eigentlich bringt dieser kurze, über 1400 Jahre alte Text viel moderne Erkenntnis über Ernährung auf den Punkt (von den positiven sozialen und wirtschaftlichen Aspekten solch vernünftigen Essverhaltens gar nicht zu reden). Ein Drittel Essen im Magen, ein Drittel Wasser und ein Drittel Leere zum Wohlfühlen. Wenn sich jeder daran halten würde, bräuchte es keine Diäten, keine Wunderpillen, kein Fettabsaugen und viel weniger Ärzte. Aber - der Mensch ist ja schwach erschaffen... (An-Nisa 28).

Wenn wir aber versuchen würden, uns wenigstens im Ramadan auch nachts ein wenig zu mäßigen, dann kann dieses Fasten gewissen Unkenrufen zum Trotz nicht nur für die spirituelle, gottesdienstliche, sondern auch für die physische und psychische Gesundheit viel positive Auswirkungen haben. Dazu habe ich folgenden lesenswerten Artikel gefunden:

Sich gesund fasten ! (http://denkerinnen.de/sich-gesund-fasten/)


Für mich selbst wünsche ich sehr, (Jahr für Jahr ;) ), dass es mir, so Gott will, gelingt, das im Ramadan Antrainierte hinterher wenigstens teilweise beizubehalten. 

Sonntag, 14. Juli 2013

5. Ramadan 1434 «Werbung ;)»

Vor einer Information in eigener Sache heute erst mal was zum Schmunzeln:
(eigentlich sollte der Post nur aus dem Video bestehen, deshalb heisst er "Werbung" - das andere kam dann aus aktuellem Anlass noch dazu).


Und jetzt die Meldung: Ich habe die unsäglichen, primitiven Ergüsse eines gewissen Forumsvoyeurs, der es sich aus unerfindlichen Gründen zum Ziel gemacht hat, nicht meine Artikel zu kritisieren sondern mich persönlich zu beleidigen, jetzt so satt, dass ich mich dazu entschlossen habe, anonyme Kommentare von vorneherein zu verunmöglichen, ich mag die sich unter jeder Gürtellinie bewegenden Dinger nicht einmal mehr anlesen und entsorgen, schon gar nicht im Ramadan. 

Nutzt doch einfach den "like-Button" wenn euch ein Artikel gefällt und ihr kein entsprechendes Konto habt *)  mit dem euer Kommentar rein kommt. Oder schickt mir euer Statement via Kontakt-Formular, mit Angabe des Artikels, ich werde es dann unter den entsprechenden Beitrag setzen. Vielen Dank.

Und ein letztes Wort an den Verursacher dieser Maßnahme: Ich habe durch dich einen Menschenschlag kennengelernt, von dem ich bisher (ein wenig naiv, ich weiß) nicht wirklich glauben wollte, dass es ihn gibt. Also Danke fürs Augenöffnen.

(Wer nicht weiß, worum es geht, hier die entsprechenden Beiträge: »Hass« und »an den Hasskommentator«)

*) am einfachsten ist es, etwas runter zu scrollen und rechts außen auf "Mitglied dieser Seit werden", zu klicken, es wird ein Konto erstellt und dem Kommentieren steht nichts mehr im Wege.

Samstag, 13. Juli 2013

Ramadan: «warum ich (nicht) faste»

Ja doch, mir ist klar, dass dein gesunder, realistischer, vernünftiger Menschenverstand dir sagt, dass das mit dem Ramadan-Fasten ein Witz ist. Dass für dich feststeht, dass es sich dabei um einen absurden Ritus handelt, ohne Hand und Fuß, ohne Sinn und Zweck. Dann schon eher Heilfasten. Oder WeightWatchers. Oder einfach vernünftig essen.

Wahrscheinlich wird es dich auch nicht überzeugen, wenn ich dir jetzt noch einmal sage: Nein, ich faste nicht, weil "man als Muslim einfach fastet", nicht, weil ich dazu gezwungen werde, nicht, weil ich irgendwo bei irgendwem Eindruck schinden will, nicht, weil ich abnehmen will, auch nicht, weil ich davon überzeugt bin, dass es mir irgendwelche (durchaus vorhandene) wissenschaftlich bestätigte psychische und/oder physische Vorteile bringt. Nein, ich faste, weil uns das in einem 1400 Jahre alten Buch aufgetragen wird. Weil ich glaube, dass Derjenige, Dessen Worte in diesem Buch festgeschrieben sind, unendlich viel mehr weiß als ich und du und die Menschheit aller Zeiten insgesamt. Nämlich ALLES. Also auch, warum Er uns diesen Auftrag gibt. Deshalb faste ich.


وَاللَّهُ مَوْلَاكُمْ وَهُوَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

Und Allah ist euer Schutzherr, und Er ist der Allwissende und Allweise. (At-Tahrīm: 2)

Und hier die Fastenverse:

"O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget." (Al-Baqara: 183)

"Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qur'an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch während dieses Monats anwesend ist, der soll ihn fasten, wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten). Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis, - damit ihr die Anzahl vollendet und Allah als den Größten preist, dafür, daß Er euch rechtgeleitet hat, auf daß ihr dankbar sein möget." (Al-Baqara: 185)

"..........eßt und trinkt, bis sich für euch der weiße vom schwarzen Faden der Morgendämmerung klar unterscheidet! Hierauf vollzieht das Fasten bis zur Nacht" 
(Al-Baqara:187)

Freitag, 12. Juli 2013

3. Ramadan 1434 «Fasten und Arbeiten»


Manche Nichtmuslime finden es unverantwortlich, wenn Arbeitnehmer im Ramadan fasten. Sie sind der Ansicht, diese könnten dann ihrer Arbeit nicht mehr konzentriert nachgehen, wodurch sie insbesondere bei Arbeiten an Maschinen oder auf dem Bau sich selbst, Mitarbeiter und die korrekte Ausführung der Arbeit gefährden würden.

Denen möchte ich entgegenhalten: