Dienstag, 28. Oktober 2014

Kompromisstuch ade!

"Da gibt es noch eine 'optische' Veränderung", habe ich im letzten Artikel geschrieben ... 

Relativ kurz nach meiner Konvertierung stellte ich fest, dass das Thema Kopftuch die Gemüter sowohl der Muslime als auch der sogenannten "Islamkritiker" unverhältnismäßig erregt. Mir ging das ein wenig auf die Nerven - man kann doch eine Religion nicht auf ein Stück Stoff reduzieren! Immerhin ist Verschleiern  keine Säule des Islams, im Gegensatz zum Bekenntnis, zum Gebet, zur Zakat, zum Fasten und zum Hadsch. 

Ich konnte mich dem Thema natürlich nicht entziehen, und so habe ich dazu u. a. folgende Artikel veröffentlicht, zu denen ich auch heute noch stehe:

Samstag, 25. Oktober 2014

Mein Hadsch zweiter Teil. Innenschau.

Dann will ich jetzt also nach der ">>Außenansicht" versuchen, eine Idee zu vermitteln über die inneren Dimensionen meines Hadsch - ohne dabei meine Seele zu sehr zu exponieren und ohne spirituelle Momente zu "zerschreiben",

Die (Zeit der) Pilgerfahrt (sind) bekannte Monate. Wer in ihnen die (Durchführung der) Pilgerfahrt beschlossen hat, der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen während der Pilgerfahrt.... (Al-Baqara: 197)

...und nicht Streit führen... Gar nicht so einfach, wenn praktisch jeder einzelne Pilger durch die körperlichen Strapazen und den Schlafentzug oft auch psychisch am Anschlag ist. Und man inmitten der Menge einen heißen, trockenen Hauch von "jenem Tag" spürt, dem Tag, wo man ganz allein vor dem Schöpfer stehen wird -  jedermann von ihnen wird an jenem Tag eine Angelegenheit haben, die ihn beschäftigt. ('Abasa: 37) - an dem "Tag, da keine Seele für eine (andere) Seele etwas (auszurichten) vermag..."  (Al-Infitār: 19). Doch mit ganz wenigen Ausnahmen reißen sich alle zusammen, helfen einander, wo sie können, manchmal kann man einem erst genervten Gesichtsausdruck, der sich plötzlich in ein freundliches Lächeln verwandelt, die Bemühung direkt ablesen. Insgesamt überwiegen die fröhlichen Gesichter bei weitem - selbst in den unangenehmsten Situationen.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Mein Hadsch erster Teil: Außenansicht.

Um den Rahmen des Blogs mit einem allzulangen Beitrag nicht zu sprengen, will ich den Bericht über den Hadsch aufteilen und erst mal ein wenig über den äußeren Ablauf berichten, um in einem gesonderten Artikel auf die physischen, emotionalen und vielleicht, wenn ich die rechten Worte finde, auch ein wenig auf die spirituellen Aspekte dieser unglaublichen Reise einzugehen.

Bitte erwartet keine ausführlichen Angaben, wie so eine Pilgerfahrt von statten geht - dazu gibt es Info-Seiten und Literatur und auch das vor der Abreise gepostete Video mag einen Eindruck vermitteln. Ich werde in diesem ersten Teil auf allzuviel Text verzichten und statt dessen ein paar Bilder zeigen, sie sagen mehr als Worte. Wer die gewohnte Qualität meiner Fotos vermisst: Ich habe mich ja nicht auf den Weg gemacht mit dem Vorsatz, Material für eine Fotoreportage zu sammeln, sondern wollte mich auf das Wesentliche konzentrieren: Die Hinwendung zu Gott. Meine Kamera habe ich deshalb zuhause gelassen und nur mit dem Handy ein paar Aufnahmen gemacht.

Freitag, 17. Oktober 2014

so halb zurück

As salâmu alaykum wa rahmatullâhi wa barkâtuh


Liebe Leserinnen und Leser

Ich bin zurück, jedenfalls so halb. Zurück vom Hadsch. Nach einer sehr langen Reise mit Zwischenstationen in Genf und Lissabon kam ich gestern in der Algarve an. Inklusive obligater Bronchitis, und es gibt da auch einiges an Schlaf, das nachgeholt werden muss.

Aber vor allem brauche ich etwas Zeit zur Sortierung meines aufgewühlten Innenlebens, bis ich hier über den beschreibbaren Teil dieser absolut einzigartigen Erfahrung berichten kann.

Deshalb: Bis bald, inschaAllah!

eure Chadidscha