Freitag, 18. Dezember 2015

Herausgewachsen.

Der Name „Ausgerechnet Islam“ passt eigentlich nur noch aus nicht-muslimischer Sicht so richtig zu diesem Blog, und für diejenigen, die sich eher im Anfangsstadium jener seltsamen Situation befinden, von einem gar nichts glaubenden zu einem religiösen Menschen mutiert zu sein - und sich dabei auch noch „ausgerechnet“ den Islam "ausgewählt" zu haben...


Inzwischen ist es für mich längst nicht mehr ausgerechnet, sondern vielmehr natürlich der Islam.

Warum das so ist – naja, stöbert halt ein wenig in diesem Blog herum, oder bestellt euch mein Buch - in beidem findet ihr meine Gedanken, Erfahrungen, Ansichten, Nöte und einiges Drum-Herum auf meinem Weg von "nie im Leben" via „ausgerechnet“ nach „natürlich“  - Islam. *)

Der Name der Seite passt jedenfalls nicht mehr zu meiner Befindlichkeit. Ich bin gewissermaßen herausgewachsen, denn er schränkt  die Themen ein, und er beschränkt mich aufs (Konvertierte-)Muslimin-Sein. Ich möchte aber lieber als Vollversion meiner selbst wahrgenommen werden.

Es gibt deshalb ein neues kleines Blog, eine Art Foto- und Zettelkiste, in der ich ab und zu einen Gedanken notieren, eine Begegnung festhalten und den einen oder anderen eigenen, gefundenen oder gesuchten Text oder Vers festhalten werde, und wo ich meine besten Fotos in angemessenem Rahmen so drapiere, dass sie besser zur Geltung kommen als im kurzlebigen Facebook oder in den Tiefen meiner HD. Nicht um der Fotos willen, sondern weil ich das das Schöne, das ich sehe - Seine Zeichen! - einigermaßen geordnet und wiederauffindbar aufbewahren möchte. Für mich selbst und für alle, die es gerne sehen möchten.

Also dann - inschaAllah - auf Wiedersehen bei:




*) Ich habe, da "Ausgerechnet Islam" ja eine Entwicklung beinhaltet, das Archiv hier so umgestellt, dass - wer das will - die Artikel chronologisch lesen kann. Neuen Besuchern, die ganz am Anfang anfangen möchten, empfehle ich allerdings, als allererstes die Seite "Metamorphose - mein Weg zum Islam" zu lesen. 


PS: Ich schließe nicht aus, dass ich gelegentlich auch mal einen Artikel hier veröffentliche, wenn er denn hier besser reinpasst.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Dank. 34:48 / 39:23.

Wie soll ich nicht erschauern
in Furcht
vor Dem
Der dieses gewaltige
Universum erschuf
Der mich auf einer Kugel
durch die
Unendlichkeit schießt

Wie soll ich nicht lieben
in Anbetung
Den
Der die wunderbare
Rose erschuf
Dessen Liebe und Schönheit
die Schöpfung
durchfließt

Wie soll ich nicht danken
in Demut
Dem
Der mich ins Leben rief
mir Wahrnehmung schenkte
und Bewusstheit
und Dessen Barmherzigkeit
alles umschließt

Dem 
Der mir
die Wahrheit
entgegenschleuderte
und Dessen Buch
zu Seinem Gedenken
mir Haut und Herz
erweichen ließ



Mittwoch, 18. November 2015

Schizophren. Und: I am the world.

Sind wir nicht eine schizophrene Gesellschaft?

Seit Jahrhunderten beuten wir Länder aus. Erst eroberten und erniedrigten wir sie, bestahlen sie, teilten sie unter uns auf und zogen unnatürliche Grenzen mitten durch Stammesgebiete  und – wo immer möglich – zwangen wir ihnen das Christentum als Religion auf. Und dann unsere (wie wir meinen) einzig seligmachende konsumorientierte Lebensweise. Irgendwann gaben wir ihnen großzügig oder gezwungenermaßen die Unabhängigkeit. Vielerorts eine Pseudounabhängigkeit, die uns erlaubt, sie weiterhin auszubeuten: Dank cleveren Verträgen mit despotischen Regierungen sichern wir uns ihre Ressourcen, ja wir klauen den Ärmsten sogar das Wasser, um es in elegante Flaschen abgefüllt teuer an Leute zu verkaufen, die es gar nicht bräuchten, weil bei ihnen sauberes Wasser aus dem Wasserhahn läuft. Wir nehmen ihnen ihr Land weg, um riesige Plantagen anzulegen, auf denen sie Sklavenarbeit verrichten dürfen, während wir sie mit Missbildungen verursachenden Giften besprühen, damit wir möglichst billig möglichst viele Steaks auf unsere Teller kriegen. Wir lassen ihre Kinder unter menschenunwürdigen, krankmachenden Arbeitsbedingungen zu Hungerlöhnen unsere Teppiche und billige Kleider und was auch immer produzieren. Und wir verdanken einen schönen Teil unseres westlichen Wohlstandes der Tatsache, dass wir ihren despotischen Regierungen Waffen zum Bekriegen ihrer eigenen Völker verkaufen und, wenn es sein muss, helfen wir ihnen ganz gerne auch mit militärischen Einsätzen und töten dabei per Knopfdruck versehentlich mehr Zivilisten in einem Monat als alle linken, rechten und muslimischen Terroristen zu allen Zeiten insgesamt.

Montag, 9. November 2015

Glauben oder glauben. Oder nicht glauben.

Für viele scheint das Wort "Glauben" auf ihre jeweilige Religion bezogen etwa den gleichen Gehalt zu haben wie wenn man sagt "ich glaube, das Wetter bleibt, wie es ist". Für mich früher auch.

Jetzt nicht mehr.

„Glauben“ im religiösen Sinn bedeutet heute für mich, "zutiefst davon überzeugt zu sein, dass etwas wahr ist" - auch ohne dass eindeutige, allgemein anerkannte, wissenschaftliche Beweise dafür vorliegen.

Wer mich von diesem Glauben abbringen will, schafft das nur, wenn er mir  eindeutige, allgemein anerkannte, wissenschaftliche Beweise für die Falschheit meines Glaubens vorlegt ;-). 

Wenn du nun deinerseits glaubst, also zutiefst davon überzeugt bist, dass (meine) Religion falsch ist, dann werde ich dich ebenso wenig umstimmen können wie du mich. Aber immerhin sollten wir doch das "Glauben" an sich gewissermaßen gegenseitig nachvollziehen können - glaubst du nicht?

لَكُمْ دِينُكُمْ وَلِيَ دِينِ [١٠٩:٦]

"Euch euer Glaube und mir mein Glaube"
 (Koran, Sura Al Kâfirûn Vers 6)


Ich glaube, du verstehst, was ich meine. Oder auch nicht. 

Sonntag, 25. Oktober 2015

Es regnet


Es regnet hier in der Algarve oft den ganzen Sommer lang nicht - da hat man ein ganz anderes Verhältnis zu Regen als zum Beispiel in meiner Heimat, der Schweiz. Trotzdem - auch hier kommt es zwischen Herbst und Frühling vor, dass man ganz schön genug kriegt von dem Wasser, das leider bei der hiesigen Bauweise gerne auch durch die Decke ins Wohnzimmer tröpfelt. Aber immerhin bleibt man sich bewusst, wie wichtig der Regen ist, denn wenn er ausbleibt, ist es nicht nur für die Landwirtschaft eine Katastrophe, sondern es kann durchaus sein, dass im nächsten Sommer das Wasser knapp wird.

Regen in Medina
In der Wüste ist Wasser noch viel kostbarer. Als ich in Medina war und mal ein paar Tropfen Regen fielen, sah man die Leute auf der Straße herumtanzen und lachen und beten und dem Herrn danken. 

So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Wort "Wasser" im Koran nicht weniger als 93 mal vorkommt und zwar ganz oft zusammen mit dem Wort "Zeichen". 



Und Allah lässt vom Himmel Wasser herabkommen und macht dann damit die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig. Darin ist wahrlich ein Zeichen für Leute, die hören (können). (An-Nahl: 65)

Für uns, die wir in Gegenden wohnen, wo es viel, manchmal zu viel regnet, ist das Wasser vom Himmel nichts Besonderes, zuweilen sogar etwas Ärgerliches, das unsere Freizeitpläne über den Haufen wirft. 

Soviel ich weiß, ist sich die Wissenschaft einig, dass es ohne Wasser kein Leben gibt. Ab und zu hört man in den Nachrichten als "Sensationsmeldung" von Wasservorkommen auf irgendeinem Planeten - meist in weit entfernten Galaxien, meist kommt es als Eis vor oder als Gas, oder es ist vor Millionen Jahren ausgetrocknet. Wasser ist also auch aus wissenschaftlicher Sicht  sehr wohl etwas ganz und gar Besonderes, noch mehr, wenn es - wie auf der Erde - gleichzeitig flüssig, gasförmig und fest vorkommt. "Nur auf der Erde kommt Wasser direkt an der Planetenoberfläche in allen drei Aggregatzuständen dauerhaft und in großen Mengen vor. Dieser Umstand macht die Erde im Sonnensystem zu einem einzigartigen Himmelskörper, zum „Blauen Planeten“ (Quelle:Wikipedia).

Heute früh nun, als ich so dem Regen zuhörte, der vor meinem Schlafzimmerfenster herunter prasselte ...


... und mir all das durch den Kopf ging, was ich hier aufgeschrieben habe, wurde mir wieder einmal in aller Deutlichkeit bewusst, wie sehr das Wasser ein Wunder ist - und dass das Zeichen, als welches es uns Gott im Koran immer wieder anbietet, damit wir verstehen sollen, so klar ist wie das Wasser selbst.

Sehen denn diejenigen, die ungläubig sind, nicht, dass die Himmel und die Erde eine zusammenhängende Masse waren? Da haben Wir sie getrennt und aus dem Wasser alles Lebendige gemacht. Wollen sie denn nicht glauben? (Al-Anbiyā': 30)

Dienstag, 29. September 2015

Brandstifter darf man nicht ignorieren!

Eigentlich wäre der Mann keinen Gedanken wert und viele Glaubensgenossen sind der Meinung, er sollte ignoriert werden, denn sie halten ihn für irrelevant: Kein Muslim, der es mit der Religion ernst nimmt, wird sich durch seine abstrusen Theorien von seinem Glauben abbringen lassen.

Hier aber ist Ignorieren die falsche Strategie – denn dieser Mensch, der jetzt überall in den Medien herumgereicht wird, damit er sein neues Buch „Abrechnung mit Mohamed“ (er heißt Muhammad! - Gott segne ihn und schenke ihm Heil) promoten kann, ist um ein Vielfaches gefährlicher als ein Neonazi, der ein Flüchtlingsheim in Brand steckt. Denn er wirft ganze Tankladungen von Öl in das Feuer der „Angst vor dem Islam“ und steckt Massen von bisher neutralen Beobachtern an. Ein Flächenbrand droht!

Abdel-Samad erreicht nämlich nicht nur Islamhasser, -kritiker und Pegidisten, nein, ihm huldigen auch Intellektuelle, Humanisten - aufgeschlossene, tolerante Zeitgenossen. Keine bösen Menschen, die etwas gegen Muslime haben, sondern Leute, die nichts oder nicht viel von Religionen halten, die vom Islam keine Ahnung haben und sich im Grunde auch nicht dafür interessieren, jetzt aber durch den Zustrom muslimischer Flüchtlinge sensibilisiert sind und aufhorchen. Und nun in allen Talkshows und Medien auf die unsäglichen Theorien dieses als „Islamexperten“ angepriesenen Menschen stoßen.

Und ihm glauben! Denn er weiß sich (und seine Bücher) zu verkaufen! „Da wagt sich endlich mal jemand, zu sagen, was Sache ist“ ist die Essenz der harmlosesten Kommentare auf Twitter und anderswo zur Sendung „Hart aber Fair“ von gestern Abend. Die wenigsten durchschauen den armseligen Populisten.

„Er muss es ja wissen! Er ist ja selber (Ex-)Muslim und Islamwissenschaftler“ sagen sich besorgte und andere Bürger. (In Wirklichkeit ist er allerdings Politologe). Deshalb werden ganz viele ihm glauben, und nicht dem muslimischen Nachbarn, den muslimischen Angehörigen, (ja – wir „Konvertiten“ werden die Auswirkungen wieder einmal ganz besonders zu spüren bekommen), auch nicht dem freundlichen Imam, dem ja die HASsche Objektivität abgeht.

Besonders gefährlich ist er, weil er im Gegensatz zu anderen muslimischen „Islamkritikern“ nicht nur eine konservative Auslegung des Glaubens anprangert sondern auch die liberalste, so schreibt Daniel Bax im Spiegel Online:
„Selbst eine liberale Auslegung des Islam lehnt Hamed Abdel-Samad ab, er hält den Islam für nicht reformierbar und möchte ihn daher auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. "Eine zeitgemäße Interpretation des Koran kann nicht die Lösung sein", schreibt er. Vielmehr müssten Muslime anerkennen, dass der Koran nicht Gottes Wort sei, sondern von Menschen gemacht sei, und Mohammeds Verdienste infrage stellen, kurz: Sie sollten zentralen Glaubenssätzen ihrer Religion abschwören.“
Was man gegen diesen Brandstifter tun kann? Ich weiß es auch nicht. Als Anfang den Artikel aus Spiegel-Online so oft verlinken, damit möglichst viele Leute merken, was für ein Mensch dieser Mensch ist:
„Bei einer Veranstaltung der AfD-Jugendorganisation in Köln ließ es sich Frauke Petry nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen. Und Hamed Abdel-Samad bekannte dort gut gelaunt, dass er mit Thesen durchkomme, für die ein Thilo Sarrazin "gekreuzigt" würde. Das läge allein daran, dass ihm als Ex-Muslim quasi ein "Islam-Rabatt" gewährt würde: Nur aufgrund seiner Hautfarbe würde ihm keiner vorwerfen, ein Rassist zu sein, gluckste der Publizist. Da ist etwas dran. Und es ist falsch.“

Ich würde gern den ganzen Artikel hier einstellen, aber ich weiß nicht, ob das erlaubt ist. Deshalb der Link: "Religionskritik nach Pegida-Art"

Freitag, 25. September 2015

Allein kann man nicht feiern. Und: 'id mubârak. Und: ein Aufruf.

Die gestrige Reaktion auf eine Facebook-Statusmeldung hat mich veranlasst, hier ein Thema aufzugreifen, über das offensichtlich ansonsten kaum gesprochen wird.

Zwar wissen wir alle: Im Grunde muss sich ein Muslim nie wirklich allein fühlen. Und alles, was er wirklich braucht, ist Allah. Denn Er sagt: "...Wir sind ihm (dem Menschen) doch näher als seine Halsschlagader" (Qāf: 16),  und: "...sag: Meine Genüge ist Allah. (At-Tauba: 129). 

Trotzdem.... :

Gestern war also der erste, der wichtigste Tag des Opferfestes, und ich begab mich zum Festtagsgebet nach Portimão. Wie üblich fanden sich auf der Praça Gil Eanes eine recht große Anzahl Männer und eine Reihe Frauen ein. Hier ein Bild vom 'Id-ul-Fitr - es sah gestern so ähnlich aus, nur der Himmel war blauer, aber ich hatte keine Lust zum Fotografieren.

Es ging mir nämlich gestern nicht so gut. Denn mir wurde - verbunden mit der sehnsüchtigen Erinnerung an denselben Tag letztes Jahr in Mekka - bewusst, wie allein ich war. Nach wie vor habe ich in meiner Gegend keinen Anschluss zu Gleichgläubigen, was erstens daran liegt, dass es hier sehr wenige Musliminnen gibt und zweitens diese wenigen keine meiner Sprachen sprechen.

Scheinbar brauchte ich ein Ventil, und so schrieb dann, als ich wieder zuhause war, allein, etwas niedergeschlagen, ohne viel zu überlegen in meinen fb-Status:

"Heute fällt mir das Alleinsein schwer" 

was als erstes eine Welle von überaus tröstlichen Sympathiebezeugungen  zur Folge hatte - für die ich mich auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanke, es hat so gut getan und meine Stimmung in kurzer Zeit wieder ganz beträchtlich gehoben. Zwischenzeitlich schämte ich mich für meine Jammerei und fand sie - in Anbetracht der schrecklichen Vorfälle in Mekka und in Sanaa und des ganzen Kriegs- und Flüchtlingselends auf der Welt - unangemessen. 

Aber dann war ich doch wieder ganz froh, das Thema aufgegriffen zu haben.

Es stellte sich nämlich heraus, dass ich ganz und gar nicht die einzige bin, die sich gerade so fühlte. Nein - in Deutschland und der Schweiz gibt es offenbar gar nicht wenige Muslime, Frauen und Männer, die sich an solchen Tagen genauso einsam fühlen wie ich - obwohl es doch dort viel mehr Glaubensgeschwister gibt. Und keine Sprachbarrieren wie bei mir hier.

Ich glaube, das müsste gar nicht sein. Dass ich spontan einige von Herzen kommende, ernst gemeinte Einladungen erhielt, bestärkt mich in diesem Glauben. (Leider wohne ich einfach ein bisschen zu weit weg...). Bestimmt ist es nur Unwissenheit, Unachtsamkeit. Man sieht es uns ja auch nicht an, dass wir gleich zuhause alleine "feiern" werden. (Nein. Man kann allein nicht feiern.)

Liebe Muslim/Innen in der Schweiz und in Deutschland, konvertierte und geborene, mit oder ohne "Migrationshintergrund", und ich meine jetzt diejenigen, die Familie und/oder Freunde haben, die sie zum Festtag umarmen, mit denen sie feiern können: Vielleicht gibt es in eurer Moschee oder in eurer Gegend auch so einen Glaubensgenossen oder eine Glaubensgenossin, der oder die immer ganz allein zum Festtagsgebet erscheint und alleine wieder weggeht ... dann nehmt euch ein Herz - euer muslimisches Herz! -, sprecht die Person an! Vielleicht wartet sie sehnlichst darauf, Anschluss zu finden. Wenn nicht, ist die Sache schnell erledigt - as-salamu alaykum. Wenn ja - wer weiß! Wird sicher spannend.

Übrigens: Es könnte hilfreich sein, wenn der eine oder andere Imam diese Sache in seiner Chutba thematisieren würde.

Und nun wünsche ich etwas verspätet aber umso herzlicher allen LeserInnen gesegnete Opferfesttage.

(Bastelvorlage von Andreas Ismail Mohr

PS: Mir geht es wieder gut. Man kann zwar nicht allein feiern. Aber es gibt andere Möglichkeiten: "Sicherlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe! (Ar-Ra'd: 28)

Montag, 21. September 2015

freier wille freie wahl

wenn doch alles existierende
alles, was jemals existierte
und alles, was jemals existieren wird
erschaffen ist
erschaffen von Gott
dem Ewigen
dem Einzigen
Schöpfer
nicht nur die dinge
sondern auch
die gedanken
die entscheidungen
die taten
ALLES...

Mittwoch, 12. August 2015

Verheerende Nebenwirkung!

Sicher gehen auch oder sogar besonders die „progressiven, liberalen“ Muslime mit mir einig, dass jeder Mensch seine Religion so leben können muss, wie er möchte, solange er damit niemandem schadet.

Samstag, 11. Juli 2015

Allâhu Akbar - الله أكبر - Gott ist Größer

"Allâhu akbar" wird oft mit „Gott ist der Größte“ übersetzt.

Das ist aber nicht ganz korrekt. Denn wortwörtlich heißt es „Gott ist größer“.

Anfangs befremdete es mich, dass Gott also nicht „der Größte“ sein sollte, sondern „nur“ „größer“.

Inzwischen gefällt mir die wörtliche Übersetzung viel besser. In Wirklichkeit ist nämlich „größer“ größer als „der Größte“! In Wirklichkeit ist die Formulierung "Allâhu akbar" - "Gott ist größer" genial!

Warum?

Samstag, 9. Mai 2015

Aufklärung vs Frömmelei und Missionieren

Wenn manche wissenschaftsgläubige Atheisten/Agnostiker oder Angehörige der "naja-es-gibt-da-vielleicht-eine-höhere-Macht-aber..."- oder auch der "ich-glaube-an-Gott-aber-Religion-braucht-keiner"-Fraktion es nicht dabei belassen, gläubigen Menschen mit verächtlichen Blicken und spitzen Bemerkungen zu zeigen, dass sie an deren gesundem Menschenverstand zweifeln, sondern versuchen, ihnen wortgewaltig klarzumachen, wie dumm es sei, das Leben mit Befolgen von absurden Regeln eines unbeweisbaren Gottes zu vergeuden, statt es zu genießen, dann nennen sie das dringend notwendige

AUFKLÄRUNG

Mittwoch, 15. April 2015

der beste Planer

Weil er einfach so wunderschön ist, mein Schwan, und weil ich ihn und den Gedanken, den ich mit ihm verbinde, auch den Facebookverweigerern unter meinen Leser/Innen nicht vorenthalten möchte, hier noch meine neueste Foto-Bastelei. Das Schwanenfoto ist mir 2013 am Hallwilersee in der Schweiz gelungen.




Donnerstag, 26. März 2015

Die Macht der Sprache

Den nachstehend verlinkten Artikel von Dr. Elisabeth Wehling, den ich eben zu lesen kriegte, möchte ich vor allem denjenigen nicht-muslimischen Lesern ans Herz legen, deren Einstellung zum Islam und zu Muslimen weitgehend auf Medienberichten gründet. Er handelt - am Beispiel des Islams -  davon, wie Meinungen und Ansichten durch Sprache und Bilder aus Medien und Politik beeinflusst werden. Wie sehr das aus dem Ruder gehen kann, dürfen Muslime zur Zeit in allen überwiegend nicht-muslimischen Ländern am eigenen Leib erleben.


(Bitte aufs Bild klicken und den ganzen Artikel lesen)







Samstag, 21. März 2015

»er weiß mich« reloaded



da ist
das ich
im ich
fühlt mich
sieht mich
hört mich
schmeckt mich
freut sich
grämt sich
fürchtet sich
erinnert sich
doch -
kennt es mich?
manchmal
versteht es andere
besser
als sich

aber Du
Du!
Du kennst mich
weißt mich!
so umfass mich
tröste mich
liebe mich
lehr mich
über mich
und Dich

bitte.



Wir haben ja den Menschen erschaffen und wissen, was (alles ihm) seine Seele einflüstert, und Wir sind ihm doch näher als seine Halsschlagader, (Qāf: 16)



Samstag, 14. März 2015

du kannst fliegen!

Vor einiger Zeit fand ich einen Spruch, der mir gefiel, und da mir gerade ein so schönes Mövenmotiv vor die Kamera geflogen war, bastelte ich dieses Textbild:




Wie schön passt doch dieses Lied von Talib al Habib dazu:



Ich habe versucht, für diejenigen, die kein Englisch sprechen, den Originaltext so gut ich konnte ins Deutsche zu übertragen:


In diesem Sinne wünsche ich euch guten Flug!

Passend zum Thema: >>guten Flug!

Donnerstag, 12. März 2015

sternschnuppe. oder: das zeichen.

Foto von Kim MyoungSung 
Ich will's nochmal versuchen. Nochmal versuchen, zu erklären, wie eine eingefleischte, nichts glaubende Agnostikerin plötzlich so kompromisslos religiös werden kann. Eine kleine Hilfestellung kam kürzlich von außen. Jemand, dessen Einstellung zu Religionen genauso ablehnend ist hat mir nämlich gestanden, dass er früher oft nachts in den Himmel schaute und bat: "Bitte, lieber Gott, wenn es dich gibt, dann schick mir doch jetzt eine Sternschnuppe, eine schöne große, damit ich an dich glauben kann."

So und ähnlich beten wahrscheinlich viele Kinder. Ich damals auch.  Ich weiß nicht mehr, worum ich bat, ich glaube, es war keine Sternschnuppe. Auf jeden Fall kam es nicht, dieses Zeichen.

Dienstag, 3. März 2015

ALLAHU AKBAR! Oder: "Hilfe - wir sind radikal!"

Abendhimmel 2.3.2015 von meinem Balkon aus ;)
Allahu Akbar. Das sagt ein praktizierender Muslim allein schon bei den Ritualgebeten - wenn er sie regelmäßig  verrichtet - insgesamt ... wartet mal ... 85 mal amTag!

Gott ist größer. Größer als alles. Das sagen wir, wenn immer wir etwas sehen, wann immer uns etwas geschieht, das uns an Gottes unermessliche Größe erinnert. Zum Beispiel so ein wunderschöner Abendhimmel.

Und jetzt das: 

"Frankreich: Demonstranten zu jeweils einem Jahr Haft verurteilt, weil sie während einer Demonstration „Allahu akbar“ ausgerufen haben sollen." Quelle: dtj-online.de/frankreich-allahu-akbar-demonstration


Charlies Freiheit ist eben nicht Muslims Freiheit. 

Auch in der Schweiz wird es offenbar immer enger für Muslime. Vor ein paar Tagen standen im Schweizerischen Tagesanzeiger unter dem Titel
u. a. folgende erste Erkennungszeichen - jedes Vorurteil bedienend: 

"Wenn jemand plötzlich neu Gebetszeiten einhält, andere Kleidung trägt oder sich einen Bart wachsen lässt, sein soziales Umfeld sich stark verändert,...."

Nach dieser Einschätzung ist praktisch jeder Konvertierte höchst radikalisierungsgefährdet - denn kaum einer wird Muslim, ohne dass sich sein soziales Umfeld verändert - außer er hat kein Interesse, sich über seinen Glauben mit Gleichgesinnten auszutauschen und kein Verlangen, etwas über seine neue Religion zu wissen.

Und da frisch Konvertierte oft die Tendenz haben, es mit dem Glauben und dem Praktizieren etwas genauer zu nehmen (aus Gründen, die ich >>HIER erwähnte), werden die meisten versuchen, die Gebetszeiten einzuhalten. Und es kann durchaus sein, dass er sich einen Bart wachsen lässt und sie ein Kopftuch umbindet... Uiii Gefahr in Verzug!

Natürlich sind auch geborene MuslimInnen, die irgendwann im  Leben beschließen, sich etwas mehr der Religion zuzuwenden, potentielle Radikale. 

Und da der eine oder andere Bürger, der auf der Straße einem Moslem begegnet, ja nicht weiß, ob sich dieser "plötzlich" irgendwie verändert hat oder schon immer so war, wird der Bürger sich vorsichtshalber lieber erst mal fürchten.

Von einer Hotline wird indessen vorläufig abgesehen. Gott sei Dank. Denn, so der "Extremismusexperte":
"Eine Hotline zwecks Denunziation erachte ich eher als schwierig."
Klar, wird aufwendig, wenn aufgrund solcher "Erkennungsmerkmale" jeder Islamverängstigte anfängt, bärtige und bekopftuchte und/oder zu Gebetszeiten betende Mitbürger/Innen zu bespitzeln und zu denunzieren.

Ich fasse zusammen: Allahu Akbar rufen, Gebetszeiten einhalten, muslimische Kleidung und verändertes soziales Umfeld. Hilfe - wir sind radikal!

Bei so viel Radikalität und Terrorismusgefahr muss man doch die in allen Varianten zu hörende resp. zu lesende Forderung -"Die Muslime sollen einen heimischen Islam hervorbringen" verstehen! Den Wunsch nach einem angepassten, pflegeleichten, unauffälligen, diskreten, am besten unsichtbaren Islam. Noch besser würde man ihn komplett entsorgen. Dann hätte man vielleicht endlich Zeit, sich den wirklichen Problemen der heutigen Zeit zuzuwenden. Zum Beispiel der schreienden Ungerechtigkeit, dass auf dieser Welt die Gier der einen den anderen nicht mal die minimalsten Lebensgrundlagen wie Wasser, Dach überm Kopf und Nahrung gönnt.

Übrigens, nur so nebenbei: Diejenigen Muslime, die ihren Glauben wirklich ernst nehmen, also u. a. auch viele derjenigen, die ihr aufgrund obiger und anderer Erkennungmerkmale für "radikal" haltet, geben sich alle Mühe, sich an folgenden Koranvers zu halten:


Und dient Allah und gesellt Ihm nichts bei. Und zu den Eltern sollt ihr gütig sein und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem verwandten Nachbarn, dem fremden Nachbarn, dem Gefährten zur Seite, dem Sohn des Weges und denen, die eure rechte Hand besitzt. Allah liebt nicht, wer eingebildet und prahlerisch ist, (An-Nisā': 36)

Mittwoch, 4. Februar 2015

Montag, 26. Januar 2015

allumfassend.

Sag: Er ist Allah, ein Einer,
Allah, der Überlegene.
Er hat nicht gezeugt und ist nicht gezeugt worden,
und niemand ist Ihm jemals gleich.
( Al-Ichlas)
Und Allah gehört (alles), 
was in den Himmeln und was auf der Erde ist; 
Allah umfasst alles. (An-Nisā' 126)
Er verfügt über die Schlüssel des Verborgenen; niemand kennt sie außer Ihm.
Und Er weiß, was auf dem Festland und im Meer ist. 
Kein Blatt fällt, ohne dass Er es weiß; 
und (es gibt) kein Korn in den Finsternissen der Erde
 und nichts Feuchtes und nichts Trockenes,
 das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) wäre. 
(Al-An'ām: 59)
 
Allah gehört der Osten und der Westen;
wohin ihr euch auch immer wendet, dort ist Allahs Angesicht.
Allah ist Allumfassend und Allwissend.
(Al-Baqara 115)
Euer Gott ist allein Allah, außer Dem es keinen Gott gibt.
Er umfasst alles mit (Seinem) Wissen.
(Tā Hā: 98)
 
 Allah ist es, Der sieben Himmel erschaffen hat, und von der Erde gleich (viel).
Der Befehl (Allahs) kommt wahrhaftig zwischen ihnen herab,
damit ihr wisst,
dass Allah zu allem die Macht hat
und dass Allah ja alles mit Seinem Wissen umfasst.
(At-Talāq 12)
 Mit Meiner Strafe treffe Ich, wen Ich will,
aber Meine Barmherzigkeit umfasst alles.
(Al-A'rāf: 156)
Allah - es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen und Beständigen.
Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf.
Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist.
Wer ist es denn, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte - außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt,
sie aber umfassen nichts von Seinem Wissen - außer, was Er will.
Sein Thronschemel umfasst die Himmel und die Erde,
und ihre Behütung beschwert Ihn nicht.
Er ist der Erhabene und Allgewaltige.
(Al-Baqara 255, "Thronvers")


Dienstag, 20. Januar 2015

eine einzige Gemeinschaft...

Hielten wir Muslime zusammen, alle, aller Nationalitäten, Sprachen, aller Gruppierungen, geborene und konvertierte, von den Allerfrommsten bis zu denjenigen, die noch einen letzten Rest von Liebe zu Allah und Seinem Gesandten im Herzen haben, hielten wir alle zusammen, wie Gott es uns aufträgt, statt uns ständig gegenseitig dies und jenes vorzuwerfen, dann ginge es uns nicht nur intern viel besser und es gäbe weniger Nährboden für Extremismus und Terrorismus, sondern dann hätten auch sogenannte Islam"kritiker", -hasser -phobiker und Co. keine Chance, dem Ruf unserer Religion zu schaden. Und nichtmuslimische, unreligiöse "Islamkenner", die "dem Islam" vorschreiben wollen, wie "er" zu sein hat, könnten einpacken.  




















Und überhaupt - ver-hielten sich alle, die sich Muslime nennen, auch ganz allgemein ein wenig muslimischer, untereinander und gegenüber allen anderen ... . Naja. Man wird ja mal träumen dürfen.

Sonntag, 18. Januar 2015

LEUTE! fürchtet euch!

LEUTE!
fürchtet euch!
fürchtet euch vor verkehrsunfällen
vor drogen und alkohol
vor kriegen
vor krankheiten und häuslicher gewalt
vor raubüberfällen
vor tsunamis meinetwegen
und erdbeben
die wahrscheinlichkeit
dass ihr hierzulande
opfer eines
verrückt gewordenen muslims werdet
oder eines anderen verrückt gewordenen
ist kleiner
als die
einen flugzeugabsturz zu erleiden
oder ein schiffsunglück
im verhältnis
nicht viel größer
als vom blitz getroffen zu werden

merkt ihr nicht
dass solche schlimmen
terrorakte
aufgebauscht werden
ins grenzenlose
weil sie so schön angst machen
weil sie so schön quoten machen
weil sie so viele leute wichtig machen
auf allen seiten
wählerstimmen bringen
und am ende
kriege fördern
naja
die brauchts halt auch
sonst werden ja
die waffenproduzenten
arbeitslos


ِنِّي أَخَافُ اللَّهَ رَبَّ الْعَالَمِينَ
خديجة
18.1.2015

Samstag, 10. Januar 2015

verunsichert. verschwörungstheorien. doch kein charlie.

Ich bin verunsichert. 

Bisher hatte ich in Sachen "Verschwörungstheorien" meine vorislamisch agnostische Haltung beibehalten, so nach dem Motto "es ist zwar prinzipell nichts unmöglich, aber solange nichts anderes bewiesen ist, glaube ich halbwegs an die offizielle Version".

Aber dass nun die mutmaßlichen Täter in Paris direkt getötet wurden, dass also nun auch dieser Fall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals wirklich aufgeklärt werden kann (soll?), das stimmt mich sehr nachdenklich.

Es ist ja nichts neues, dass für Macht und Geld über Leichen gegangen wird, im Kleinen und im Großen. Ja, für Macht und Geld, nicht für Religion, wie manche hier einwenden werden. Religionen werden vielmehr stets, wenn es gerade passt, von Mächtigen zur Machterhaltung, respektive zu deren Vermehrung, oder von Machtanwärtern zur Machterlangung benutzt und missbraucht.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Je suis Charlie

Tout d'abord: Mes sincères condoléances aux familles des victimes en France.

Das absolut Perverse an derartigen Aktionen ist, dass solche Leute sich gerne auf die „Salaf“ berufen, auf die „Altvorderen“, die Gefährten unseres Gesandten – Gott segne ihn und schenke ihm Heil – die dabei waren, wenn Muhammad persönlich verspottet wurde, angespuckt, am Beten gehindert, als man ihn umbringen wollte. Keinem von ihnen wäre es eingefallen, einfach hinzugehen und so einen Spötter hart anzufassen, geschweige denn umzubringen! Dass der Prophet fast immer freundlich und geduldig blieb, versteht sich von selbst. Er wollte die Leute zur Religion des Friedens einladen, nicht zu Terrorismus und Anarchie.