Donnerstag, 26. März 2015

Die Macht der Sprache

Den nachstehend verlinkten Artikel von Dr. Elisabeth Wehling, den ich eben zu lesen kriegte, möchte ich vor allem denjenigen nicht-muslimischen Lesern ans Herz legen, deren Einstellung zum Islam und zu Muslimen weitgehend auf Medienberichten gründet. Er handelt - am Beispiel des Islams -  davon, wie Meinungen und Ansichten durch Sprache und Bilder aus Medien und Politik beeinflusst werden. Wie sehr das aus dem Ruder gehen kann, dürfen Muslime zur Zeit in allen überwiegend nicht-muslimischen Ländern am eigenen Leib erleben.


(Bitte aufs Bild klicken und den ganzen Artikel lesen)







Samstag, 21. März 2015

»er weiß mich« reloaded



da ist
das ich
im ich
fühlt mich
sieht mich
hört mich
schmeckt mich
freut sich
grämt sich
fürchtet sich
erinnert sich
doch -
kennt es mich?
manchmal
versteht es andere
besser
als sich

aber Du
Du!
Du kennst mich
weißt mich!
so umfass mich
tröste mich
liebe mich
lehr mich
über mich
und Dich

bitte.



Wir haben ja den Menschen erschaffen und wissen, was (alles ihm) seine Seele einflüstert, und Wir sind ihm doch näher als seine Halsschlagader, (Qāf: 16)



Samstag, 14. März 2015

du kannst fliegen!

Vor einiger Zeit fand ich einen Spruch, der mir gefiel, und da mir gerade ein so schönes Mövenmotiv vor die Kamera geflogen war, bastelte ich dieses Textbild:




Wie schön passt doch dieses Lied von Talib al Habib dazu:



Ich habe versucht, für diejenigen, die kein Englisch sprechen, den Originaltext so gut ich konnte ins Deutsche zu übertragen:


In diesem Sinne wünsche ich euch guten Flug!

Passend zum Thema: >>guten Flug!

Donnerstag, 12. März 2015

sternschnuppe. oder: das zeichen.

Foto von Kim MyoungSung 
Ich will's nochmal versuchen. Nochmal versuchen, zu erklären, wie eine eingefleischte, nichts glaubende Agnostikerin plötzlich so kompromisslos religiös werden kann. Eine kleine Hilfestellung kam kürzlich von außen. Jemand, dessen Einstellung zu Religionen genauso ablehnend ist hat mir nämlich gestanden, dass er früher oft nachts in den Himmel schaute und bat: "Bitte, lieber Gott, wenn es dich gibt, dann schick mir doch jetzt eine Sternschnuppe, eine schöne große, damit ich an dich glauben kann."

So und ähnlich beten wahrscheinlich viele Kinder. Ich damals auch.  Ich weiß nicht mehr, worum ich bat, ich glaube, es war keine Sternschnuppe. Auf jeden Fall kam es nicht, dieses Zeichen.

Dienstag, 3. März 2015

ALLAHU AKBAR! Oder: "Hilfe - wir sind radikal!"

Abendhimmel 2.3.2015 von meinem Balkon aus ;)
Allahu Akbar. Das sagt ein praktizierender Muslim allein schon bei den Ritualgebeten - wenn er sie regelmäßig  verrichtet - insgesamt ... wartet mal ... 85 mal amTag!

Gott ist größer. Größer als alles. Das sagen wir, wenn immer wir etwas sehen, wann immer uns etwas geschieht, das uns an Gottes unermessliche Größe erinnert. Zum Beispiel so ein wunderschöner Abendhimmel.

Und jetzt das: 

"Frankreich: Demonstranten zu jeweils einem Jahr Haft verurteilt, weil sie während einer Demonstration „Allahu akbar“ ausgerufen haben sollen." Quelle: dtj-online.de/frankreich-allahu-akbar-demonstration


Charlies Freiheit ist eben nicht Muslims Freiheit. 

Auch in der Schweiz wird es offenbar immer enger für Muslime. Vor ein paar Tagen standen im Schweizerischen Tagesanzeiger unter dem Titel
u. a. folgende erste Erkennungszeichen - jedes Vorurteil bedienend: 

"Wenn jemand plötzlich neu Gebetszeiten einhält, andere Kleidung trägt oder sich einen Bart wachsen lässt, sein soziales Umfeld sich stark verändert,...."

Nach dieser Einschätzung ist praktisch jeder Konvertierte höchst radikalisierungsgefährdet - denn kaum einer wird Muslim, ohne dass sich sein soziales Umfeld verändert - außer er hat kein Interesse, sich über seinen Glauben mit Gleichgesinnten auszutauschen und kein Verlangen, etwas über seine neue Religion zu wissen.

Und da frisch Konvertierte oft die Tendenz haben, es mit dem Glauben und dem Praktizieren etwas genauer zu nehmen (aus Gründen, die ich >>HIER erwähnte), werden die meisten versuchen, die Gebetszeiten einzuhalten. Und es kann durchaus sein, dass er sich einen Bart wachsen lässt und sie ein Kopftuch umbindet... Uiii Gefahr in Verzug!

Natürlich sind auch geborene MuslimInnen, die irgendwann im  Leben beschließen, sich etwas mehr der Religion zuzuwenden, potentielle Radikale. 

Und da der eine oder andere Bürger, der auf der Straße einem Moslem begegnet, ja nicht weiß, ob sich dieser "plötzlich" irgendwie verändert hat oder schon immer so war, wird der Bürger sich vorsichtshalber lieber erst mal fürchten.

Von einer Hotline wird indessen vorläufig abgesehen. Gott sei Dank. Denn, so der "Extremismusexperte":
"Eine Hotline zwecks Denunziation erachte ich eher als schwierig."
Klar, wird aufwendig, wenn aufgrund solcher "Erkennungsmerkmale" jeder Islamverängstigte anfängt, bärtige und bekopftuchte und/oder zu Gebetszeiten betende Mitbürger/Innen zu bespitzeln und zu denunzieren.

Ich fasse zusammen: Allahu Akbar rufen, Gebetszeiten einhalten, muslimische Kleidung und verändertes soziales Umfeld. Hilfe - wir sind radikal!

Bei so viel Radikalität und Terrorismusgefahr muss man doch die in allen Varianten zu hörende resp. zu lesende Forderung -"Die Muslime sollen einen heimischen Islam hervorbringen" verstehen! Den Wunsch nach einem angepassten, pflegeleichten, unauffälligen, diskreten, am besten unsichtbaren Islam. Noch besser würde man ihn komplett entsorgen. Dann hätte man vielleicht endlich Zeit, sich den wirklichen Problemen der heutigen Zeit zuzuwenden. Zum Beispiel der schreienden Ungerechtigkeit, dass auf dieser Welt die Gier der einen den anderen nicht mal die minimalsten Lebensgrundlagen wie Wasser, Dach überm Kopf und Nahrung gönnt.

Übrigens, nur so nebenbei: Diejenigen Muslime, die ihren Glauben wirklich ernst nehmen, also u. a. auch viele derjenigen, die ihr aufgrund obiger und anderer Erkennungmerkmale für "radikal" haltet, geben sich alle Mühe, sich an folgenden Koranvers zu halten:


Und dient Allah und gesellt Ihm nichts bei. Und zu den Eltern sollt ihr gütig sein und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem verwandten Nachbarn, dem fremden Nachbarn, dem Gefährten zur Seite, dem Sohn des Weges und denen, die eure rechte Hand besitzt. Allah liebt nicht, wer eingebildet und prahlerisch ist, (An-Nisā': 36)