Donnerstag, 12. März 2015

sternschnuppe. oder: das zeichen.

Foto von Kim MyoungSung 
Ich will's nochmal versuchen. Nochmal versuchen, zu erklären, wie eine eingefleischte, nichts glaubende Agnostikerin plötzlich so kompromisslos religiös werden kann. Eine kleine Hilfestellung kam kürzlich von außen. Jemand, dessen Einstellung zu Religionen genauso ablehnend ist hat mir nämlich gestanden, dass er früher oft nachts in den Himmel schaute und bat: "Bitte, lieber Gott, wenn es dich gibt, dann schick mir doch jetzt eine Sternschnuppe, eine schöne große, damit ich an dich glauben kann."

So und ähnlich beten wahrscheinlich viele Kinder. Ich damals auch.  Ich weiß nicht mehr, worum ich bat, ich glaube, es war keine Sternschnuppe. Auf jeden Fall kam es nicht, dieses Zeichen.



Und dann, ein halbes Jahrhundert später, als ich mich schon längst damit abgefunden hatte, dass es nichts gab, woran man glauben könnte, da kam es! Nein nein, ich meine nicht die Rose*), die war nur eine Art Bestätigung. Das Zeichen selbst, das war jener Moment auf dem Balkon,*) als

«... wahrlich, mein Herr, der Kenner des Verborgenen, 
schleudert (euch) die Wahrheit entgegen»  Sure 34 („Saba’“) Vers 48

Und jetzt möchte ich all jene, die jemals im Leben beteten: "Lieber Gott, bitte gib mir ein Zeichen, damit ich weiß, dass es Dich gibt", fragen, was sie denn täten, falls sie unvermittelt eins kriegten. Ein ganz persönliches, nur für sie selbst erkennbar.

Mir jedenfalls wurde die Sternschnuppe in jenem Moment ins Herz gelegt und ich habe meine Konsequenzen gezogen. Und es all den Widrigkeiten (viele!) zum Trotz noch nie bereut, im Gegenteil, ich bin unendlich dankbar dafür.

Nun brauchen natürlich nicht alle Menschen so ein Zeichen, um zu erkennen, dass Gott wahr ist. Aber alle, die (noch) nicht glauben, sich aber ein wenig von diesem kindlichen Sehnen nach einem Wunder bewahrt haben, sollten wachsam bleiben. Es kann manchmal ziemlich lange dauern, bis die Sternschnuppe die Schuppen vor den Augen fallen lässt...

In diesem Sinne wünsche ich denen, die noch auf ein Zeichen warten, dass sie es erkennen, wenn es kommt. Und dass sie sich dann nicht abwenden und sagen "Zufall". Und dass sie, bis es soweit ist, die Veränderungen derjenigen, die ihres schon bekommen und sich darauf eingelassen haben, ein klein wenig nachempfinden können.

*) Was damit gemeint ist, kann unter >> Metamorphose nachgelesen werden.

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