Mittwoch, 12. August 2015

Verheerende Nebenwirkung!

Sicher gehen auch oder sogar besonders die „progressiven, liberalen“ Muslime mit mir einig, dass jeder Mensch seine Religion so leben können muss, wie er möchte, solange er damit niemandem schadet.


Nun sind heutzutage diejenigen unter uns, die Alkoholverbot und/oder Kopftuch oder auch regelmäßiges Gebet u. Ä. für obsolet oder zumindest teilweise für unnötig halten und für den „Glauben im Herzen“ plädieren offenkundig diejenigen, die bei den Nichtmuslimen am beliebtesten sind. Und die deshalb in den Massenmedien (nebst den extremen Negativbeispielen) am häufigsten zu Wort kommen. Die folglich von der großen nichtmuslimischen Mehrheit am meisten gehört und von diesen gerne als Vorbilder für alle anderen Muslime hingestellt werden.

Ich denke nicht, dass diese „fortschrittlichen“ Muslime solches beabsichtigen, wenn sie sich mit ihrer Meinung immer mehr in die Öffentlichkeit begeben, aber es hat eine verheerende Nebenwirkung. Die „konservativen“ Muslime, die es mit den Geboten und Verboten genauer nehmen, denen man ihren Glauben vielleicht sogar ansieht, werden nämlich dadurch von der nichtmuslimischen, was Religion anbelangt ansonsten desinteressierten und deshalb uninformierten Mehrheit immer mehr als „extrem“ wahrgenommen und direkt in den „Islamistentopf“ geworfen. „Wenn es sogar die modernen Muslime so sehen!“ kriegt man dann zu hören….

Ich befürchte, damit wird der Aufklärung und der Entradikalisierung der Jugend ein Bärendienst erwiesen und der Ausgrenzung und Diskriminierung Vorschub geleistet!

(Ich mag die Schubladisierungen „progressiv/liberal/konservativ“ etc. auch nicht - aber irgendwie muss ich ja unterscheiden).

Kommentare:

  1. Interessante Sichtweise, Chadidscha.
    Ich würde es nicht der Aufklärung oder den "moderneren" Muslimen in die Schuhe schieben.
    "Teile und herrsche" ist eine vom Kapitalismuss gewollte Entwicklung. Schon der alte Karl hat diese im Manifest beschrieben. 9-11, moderen & konservative Muslime, Nazis, AIS... sind alles willkommene Anlässe, um die Menschen zu teilen und die eigenen Interessen (Macht, Bodenschätze, Kapitalerweiterung, Grund und Boden...) durch zusetzen.

    LG
    Katrin
    WHN61

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  2. Mich stört diese Aufteilung in gute und schlechte Muslime auch. Zugegebenermaßen ärgere ich mich mehr, wenn ich selbst plötzlich zu den vemeintlichen "Hardlinern" gehöre (weil ich auch im Sommer bis Sonnenuntergang faste und nicht nur nach mekkanischer Zeit)... Man macht sich eben gern selbst zum Maßstab...

    Ich denke, beide Seiten sollten darauf achten, die jeweils anderen zu respektieren (solange es persönliche Entscheidungen sind, die nicht die Rechte anderer betreffen), also die, die "strenger" sind, sollten auch den "weniger strengen" zugestehen, daß sie genauso gläubig sind und sich nicht weniger ernsthaft mit dem jeweilign Thema auseinandergesetzt haben. Die Debatten müßten ja nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, wenn gewisse engstirnig-konservative Muslime nicht die Meinunghoheit in den Moscheen beanspruchen würden.

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